Unnatürliche Ordnung.


Manchmal brauche ich einen kleinen kreativen Anstoß und den brachte mir heute Fjonka, mit ihrem Adventsbeitrag Lieblingsmöbel. Hab ich nicht, aber…

Als ich damals die rote Einbauküche kaufte, hätte ich lieber mehr Schubladen gehabt. Aber damals habe ich buchstäblich das letzte Geld für diese Küche ausgegeben und da waren mehr Schubladen einfach nicht drin.
Jedenfalls, als ich damals einräumte, dachte ich noch hinten oben wäre bei meiner Größe der beste Platz für Sachen die ich nur selten brauche und es wäre eine tolle Idee, alle Lebensmittel zusammen zu stellen. Also die trockenen Lebensmittel unter den Kühlschrank.

Es war eine Scheißidee!

Denn jedes Mal wenn ich dort irgendetwas suchte, musste ich wirklich hinknien und  in das Lebensmittelfach tief reinkriechen, um den Reis ganz hinten unten zu finden. An der einzigen echten Engstelle in der Küche, zwischen den Stühlen, mit kaputten Knien.

Eine wirklich blöde Idee!

Und ich werde ja nicht jünger. Wie es neulich ein Aikidoka ausdrückte: „Wir kommen jetzt in das Alter für Nierenwärmer, Angorawäsche, Sehhilfe und Viagra.“ Äh, also Viagra ich jetzt nicht für mich, aber bei uns geht gerade die wetterbedingte Rückenseuche um und davon bin ich nicht ausgenommen.

Mit kaputten Knien UND Rücken auf der Suche nach Reis, kauft man schon mal Reis, obwohl da sicher noch welcher sein müsste.

Aber wie immer: Nichts hält länger als ein Provisorium, so blieb das der Stand der Dinge seit vier Jahren. Außer, dass ich noch ein paar geerbte Küchenutensilien irgendwo mit reingestopft habe und es irgendwie eng geworden war in den Schränken. Aber kaum hatte ich mein: „Ich bräuchte mehr Schubladen!“ bei Fjonka abgelassen, dachte ich, ich probiere mal, die Lebensmittel in die untere Schublade zu packen und die Auflaufformen aus der Schublade in das Fach unterm Kühlschrank.
Seltsamerweise passten alle Lebensmittel in das Schubfach, während die Auflaufformen nur einen Teil des Unterschranks einnehmen.  Also habe ich noch ein paar Sachen von hinten oben, die ich selten brauche nach ganz unten gepackt. Große Glasschüsseln, andere Schüsseln und Platten und immer noch Platz. Dann sind ein paar Sachen von hinten oben in den Keller gewandert mit der Option, als Wichtel zu enden. Und ein Bisschen was für den Müll oder die Give-Box. Dorthin kam das Teeservice. Dann war plötzlich im Tellerfach Platz für Suppenteller, wo vorher nie Platz für Suppenteller war. Der Tee kam zu den Gewürzen. Und ich habe noch ein Fach übrig. Aber da im Kochpötteschrank auch Dinge lagern, die keine Kochpötte sind, kann ich da die Lage noch etwas entzerren. Also sind noch ein paar Sachen von hinten unten nach hinten oben gewandert. Mittlerweile steht in dieser Küche kaum noch etwas am alten Platz. Außer Tellern, Tassen und Kochpötten. Die Geschirr- und die Krempelschublade habe ich nicht angefasst und den Kramschrank, der eigentlich Staubsaugerschrank werden wollte, in den mein Staubsauger aber nicht reinpasst, habe ich nicht angerührt.
Der Kochtest ergab: Der Reis ist jetzt leicht aufzufinden und greifbar. Alles andere werde ich wohl in nächster Zeit suchen.

 

5 Kommentare

  1. Endlich hast du auch die 8 Extradimensionen gefunden, die Stephen Hawkins postulierte, die aber nie jemand gefunden hat, weil noch nie jemand in der Küche nachgeschaut hat … 😉

      • Die Sucherei – ja, das Chaos- nein!
        Ich brauche meist Jahre (im ZWEISTELLIGEN Bereich bei nicht ganz so oft gebrauchten Dingen) bevor ich ohne nachzudenken an die richtige Stelle greife, wenn ich etwas umgeräumt habe, und mag es noch so sinnvoll sein!
        Das spricht dafür, bei jedem Umzug ganz genau zu überlegen, was man wohin packt – was aber nie passiert, weil bei einem Umzug niemals genug Zeit für solche Überlegungen ist…..

      • Ich habe genau überlegt, bevor die Küche kam. Bloß komme ich mittlerweile hinten unten ebenso schlecht dran, wie hinten oben. Frau wird ja nicht jünger.

  2. Das kenne ich auch. Das Überlegen einer zweckmäßigeren Ordnung dauert vielleicht eine Stunde, das eigentliche Umräumen ein paar Minuten – danach vergehen Jahre (und wie bei Fjonka Jahrzehnte), bis ich die Dinge an der neu zugeteilten Stelle suche, ohne vorher erst einmal an die alte Stelle gegriffen zu haben…

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