Eingesperrt.


In Hamburg hatte ich immer den Albtraum, ich wäre wegen irgendwas nach Köln gefahren und dann drei Jahre in meinem ehemaligen Kinderzimmer bei meiner narzisstischen Mutter eingesperrt gewesen.
Der hat sich ja dann auch irgendwann erfüllt. Zum Glück nicht im Kinderzimmer, sondern hier in der Wohnung, aber dafür war es länger.

Die eigenen 4 Wände


Jetzt schlafe ich tief und traumlos, aber tagsüber macht sich Konzentrationsmangel breit. Während ich im Winter den ganzen Tag verschlafen könnte, ohne dass mich das stört, bin ich gerade jetzt aus dem Winterschlaf erwacht. Jetzt habe ich jetzt den unbändigen Drang raus zugehen, eine lange Radtour zu machen, irgendwo was zu essen. Die Einschränkung meiner Bewegungsfreiheit, die für mich die größte Belastung der letzten Jahre war – gleich nach meiner narzistischen Mutter – ist jetzt zurück und macht mich irre. Und damals konnte ich mich wenigstens abends noch beim Aikido austoben und unter normale Menschen gehen. Das fehlt mir jetzt: Bewegung und Sozialkontakt. und führt zu massivem Konzentrationsmangel. Radio an, Radio aus, was wollte ich? ahja, bloggen, Kamera … was wollte ich? Steuererklärung… Ordner nehmen, woanders ablegen … Computer an… Buch… erstmal in den Garten. Ich fange alles mögliche an und nach 3 Minuten was anderes.
Radio und Computer sind auch nicht so das Wahre, weil ständig Covid entweder über den Bildschirm flackert oder die Musik, die ich hören will, unterbrochen wird durch noch mehr Corona-Berichterstattung. Der neue Computer hat keinen Schlitz mehr um CDS einzuführen und jetzt rächt sich das, dass ich nie eine Mediathek angelegt habe. Im F*ook-Forum meines Kaffs, das ich sonst sehr schätze, wird die Stimmung immer agressiver.:Merkwürdigerweise nur in einem, in dem zweiten nicht. Jetzt ist mir auch klar, warum es derer zwei gibt.“Da waren zwei Mütter mit vier Kindern im Königsforst!11!!!“ „Jetzt mit dem Rad durch die Gegend fahren ist völlig rücksichtslos!1!!!11!“ Und lautstark wird eine allgemeine Ausgangssperre gefordert, als ob wir die nicht schon hätten. Heißt nur anders. Dabei ist Radfahren und spazieren gehen ausdrücklich erlaub, so lange man eineinhalb bis zwei Meter Abstand hält.
Mit 2 Grad ist es auch noch zu eisig, um sich länger im Garten aufzuhalten.. Ich bräuchte jetzt 15° mindestens und ein möglichst spannendes Buch. und dann sollten sich die Brombeeren mal gut festhalten.

8 Kommentare

  1. Dann setz Dich doch aufs Rad, ist gesund und alles andere als rücksichtslos. Loslos, raus mit Dir!!! Husch!!! 😉 Dieses eingesperrtsein erlegst Du Dir grad selbst auf!
    Und Sozialkontakt geht auch übers Telefon oder bei einem langen Spaziergang zu 2. – mit Abstand

    • Für’s Rad ist es gerade zu kalt. 2° kalte Luft mag ich mir jetz auch nicht gerade in die Lungen ziehen. An den Tagen wo es etwas wärmer war bin ich schon noch rumgefahren.
      Zu zweit? Ich lebe allein, weist du. und werauchimmer mit mir zu zweit spazieren gehen wollte, müsste erstmal mit der Bahn herkommen. Oder ich quer durch Köln.

      • Na, Viele haben ja doch ein Auto – wir werden das jedenfalls heute tun: zu einer Freundin fahren und – wir dicht beieinander zu 2., zu ihr im Abstand – einen Waldspaziergang machen.

      • In Köln haben viele kein Auto mehr, jedenfalls in meinem sozialen Umfeld sind die meisten so vernünftig.
        Vielleicht drehe ich nachher eine Runde mit dem Rad durch den Busch.

      • So nun habe ich doch so was wie eine Playlist gefunden. Muss ich halt die Tokio Tapes rauf und runter hören.

  2. „Davor“ habe ich immer gedacht, ich würde so eine Zeit nutzen, um total kreativ an meinem Roman zu arbeiten. Jetzt kann ich mich kaum auf etwas konzentrieren, noch nicht einmal lesen. Ein Lichtblick sind die Bearbeitungen der Schüler, die nach und nach eintrudeln…

      • Nein, bist Du nicht. Ich tu mich auch schwer, zB länger am Stück etas zu lesen oÄ, und in einem Privatblog einer Freundin berichtet sie auch davon, daß sie sich schwer auf irgendwas konzentrieren kann.

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