Nach der Flut


Hier auf dem Flohberg gab es nur Stromausfall für zwei Stunden. Manche hatten etwas länger kein Kabelfernsehen und Internet. In den tiefer gelegenen Teilen von Rath-Heumar sind ein paar Keller vollgelaufen. Beim Bäcker gab es nur Tiefkühlkost, weil nicht gebacken werden konnte.
Und damit sind wir sehr gut davon gekommen.
Das Ausmaß der Katastrophe in einigen Landesteilen von NRW und Rheinland Pfalz wurde erst später sichtbar.
Und es gibt immer noch welche, die behaupten, die Klimapolitik der Grünen hätte diese Naturkatastrophe nicht verhindern können.
Vielleicht nicht. Denn Klimapolitik ist ja erst seit einigen Jahren das Thema. Aber vorher?
Der Raubbau an der Natur, Flussbegradigungen, Abholzung, Flächenversiegelung waren von Anfang an grüne Themen.
Und jetzt werfen wir mal einen Blick auf die Erft.

Die Erft bei Blessem

Dies ist die Erft bei Blessem im August 2020.
Für den Tagebau wurde die Erft in diesen Kanal verlegt. Ein Kanal der den Zweck hat, nicht nur den Fluss, sondern auch Senkungswasser möglichst schnell abzutransportieren. 
Links davon die Autobahn, rechts davon der Ort Blessem und die Kiesgrube. Östlich davon Rekultivierungsgebiet, westlich davon Braunkohlebergbau. Der Untergrund ist wegen der Grundwasserabsenkung ausgetrocknet. Wo bitte soll dieser Fluss denn hin, wenn er mal Hochwasser führt?

Hier das amtliche Endergebnis der menschengemachten Katastrophe:

Nach dem Regen kam das Hochwasser, die Erft stürzte in die Kiesgrube, der lockere Sand saugte sich voll und rutschte dann hinterher, Teile des Ortes gleich mit.

Man hätte vielleicht die 200l/m2 die da runter gekommen sind nicht mehr verhindern können, aber mit weniger Raubbau an der Natur, weniger Versiegelung, weniger Begradigung, weniger Kahlschlag, mehr Flächenbegrünung doch die Folgen erheblich abmildern. Und wer jetzt noch meint „Entschuldigen Sie, junge Frau. Nur weil jetzt ein solcher Tag ist, ändert man nicht die Politik“, der hat doch den Knall nicht gehört.

3 Kommentare

  1. Erst mal Gratulation, dass es bei Dir nicht so schlimm ist. EIN GLÜCK! Und die Aufklärung über die Zusammenhänge kann man gar nicht oft genug wiedewiederholen. Also Leute, wählt die passende Partei! Jetzt oder nie , ey!

  2. … und hätte man bereits in den 80ern, als ich noch die Zeitschrift „natur“ las, die damals noch ein anspruchsvolles Blatt war (im Gegensatz zu jetzt), auf die dort schreibenden WissenschaftlerInnen gehört, die ein Umdenken in Verkehrs-, Agrar- und Landschaftsbaupolitik anmahnten, dann sähe es heute evtl wirklich anders aus.
    Achja, und die hatten eine politische Lobby nur in den Grünen, die damals ja auch noch in den Anfängen waren

    • Ja, die Fusion mit Kosmos war ein Fehler. Natur habe ich damals auch gelesen. Nach einer Weile machte sie mich aber depressiv. Es gab immer ein paar tolle Ideen, Dachbegrünung, Energiesparhäuser, aber bis heute wurde kaum etwas davon umgesetzt.

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