
Regen, Dauerregen, Platzregen, Starkregen, und dann das ganze von vorn. Die Wolkendecke, die Zimmerdecke und die Kölner Innenstadt geht mir auf den Geist. Radtour, Wandern, Garten, Museum geht. Allerdings hat die KVB eine klitzekleine Hürde eingebaut. Unser frisch asphaltierter Bahnsteig wurde wieder aufgerissen und wird jetzt hübsch gepflastert. Nichts hält länger als ein Provisorium wäre mir in diesem Fall lieber gewesen, denn ich muss jetzt immer eine Station in die falsche Richtung fahren, wo ich dann der entgegenkommenden Bahn beim abfahren zuschauen kann.
Aber trotzdem: Die Regionalbahn entlässt mich am Bahnhof Rolandseck.
Das ist ein besonderer Bahnhof.
Aber weil gerade eine größere Gruppe an der Vorderseite hereinströmt, sorge ich erst für die Nahrungsgrundlage. Im Restaurant Bellevuechen kann man gut essen und die schöne Aussicht auf den Rhein genießen. Es ist allerdings eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen ich mich etwas zu salopp gekleidet fühle.
Zurück zum Bahnhof: Im 19. Jahrhundert, mit Beginn der Industrialisierung erbaut, war der Bahnhof im Zuge der Rheinromantik mit dem Rolandsbogen nebenan und dem Blick auf das Siebengebirge ein beliebtes Ausflugsziel. Die Anreise mit der damals neuen Eisenbahn aus dem Ruhrgebiet betrug nur 4 Stunden, im Gegensatz zur Tagesreise mit der Kutsche. Der Bahnhof war damals nicht nur Ausflugsziel, sondern auch Künstlertreffpunkt.
In den fünfziger Jahren änderte sich allerdings das Reiseverhalten: Man fuhr nicht mehr mit der Bahn ins Rheintal, sondern mit dem Käfer nach Italien. Der schöne Bahnhof verfiel zusehends und war vom Abriss bedroht. Doch der Bonner Galerist Johannes Wasmuth, in Zusammenarbeit mit Yaltah Menuhin und Stefan Akenase, verwandelte ihn in einen Künstlerbahnhof.
Nach einer Hans Arp Ausstellung stiftete Marguerite Arp-Hagenbach, die 2. Frau von Hans Arp, einen Teil des Nachlasses von Hans Arp und Sophie Täuber-Arp. Ein größeres Museum musste her. Der Neubau wurde von dem US-amerikanischen Architekten Richard Meier entworfen, aber erst 2007 eröffnet.
Nachdem ich erfahren habe,dass ich mich nicht mehr in NRW, sondern schon in Rheinland Pfalz befinde, durchschreite ich einen einladenden Tunnel, der unter den Bahngleisen hindurch führt. Am Ende des Tunnels befindet sich ein heller Raum, der Mit dem Werk „Constellations“ von Michael Craig Martin bestückt ist.


Über eine kurze Treppe gelange ich zur Kunstkammer Rau, in der sich zur Zeit eine Sonderausstellung der Künstlerin Kiki Smith befindet. Die Tapisserien und Skulpturen finde ich faszinierend.
Die Kunstkammer Rau befindet sich zwischen dem Bahnhof und dem Hauptgebäude des Museums. Aus dem Korridor kann ich in die Natur schauen und auf das feuerrote Erzdrachenbaby des Künstlers Jonathan Meese.


Danach geht es wieder durch einen Tunnel, tief in den Berg hinein. Sieht ja aus wie unsere neueren U-Bahn-Tunnel, denke ich. Tatsächlich ist die Technik mit der er gebaut wurde, die gleiche. Die Lichtinstallation heißt Kaa und soll an die hypnotische Schlange aus dem Dschungelbuch erinnern.
Ein Aufzug fährt durch eine ähnliche Röhre aus dem Berg hinaus ins Hauptgebäude.
Von dort oben kann man weit über den Rhein schauen. Im ersten Stock des Hauptgebäudes befindet sich zur Zeit eine Ausstellung der UNICEF-Stiftung Rau über Maestras – Malerinnen 1500 bis heute.
Das oberste Stockwerk schließlich ist dem Ehepaar Sophie Taeuber-Arp und Hans Arp gewidmet. Ich muss mich ja immer zurückhalten Hans Arps Skulpturen mit den rundlichen Formen nicht anzufassen. Aber es gibt auch sehr viele Grafiken der Beiden zu sehen und in einem Extraraum einige Marionetten, die Sophie Taeuber-Arp entworfen hat. Ich spiele dort eine Weile mit dem virtuellen Spiegel herum.


Und immer wieder gibt es Durchblicke und Aussichten aus dem Museum in die Natur. Blöderweise habe ich nicht erfasst, dass ich das alte Bahnhofsgebäude auch noch hätte besichtigen können und so mache ich mich auf den Rückweg. Blöd, denn der Zug war gerade weg und der nächste hatte Verspätung. So hätte ich noch fast eine Stunde Zeit gehabt.
Unterwegs steige ich noch einmal aus dem Zug, um einer Bookcrosserin ein Buch in den Briefkasten zu werfen. Wir wollen ja die Post nicht überlasten. Auf dem Weg zurück zum Bahnhof erwischt mich dann doch noch ein Starkregen.





Erst aufreißen und dann neu pflastern, kenne ich bei unscwurde Wasser neu gemacht und die Bushalte gegenüber wurde dreimal aufgerissen und neu gemacht.
Jetzt ist Stadteilfest 4 Wochen. Da der Bus da aber nich nicht wieder hält vermute ich die wollen an das neu geteerte noch mal ran.
Interessanter Ausflug den du da machtest.
Wow, das ist aber beeindruckend!! Diesen Bahnhof merke ich mir, kann ja ZU weit vom Wohnort der Eltern nicht weg sein, vllt kann ich da mal einen Ausflug machen. Wahrscheinlich langt aber auch bei den nächsten Besuchen wie immer die Zeit nicht für nette Extratouren. Nuja.
(Und die Karte!! Hab sehr gekichert!!! :-))
Weiß ja nicht, wo Deine Eltern wohnen, aber es gibt eine Fähre von Bad Honnef zum Rolandseck.