Kunst in Brücker Gärten


Es ist immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich die Nachbarorte Brück und Rath-Heumar ticken.
In Rath Heumar gibt es fast einmal monatlich Party, gesponsert von den Geschäftsleuten, dieses Wochenende: Wein und Hopfenfest.
In Brück findet man sich zur gemeinschaftlichen Birnbaumpflege zusammen, schafft einen Brunnen und einen Bücherschrank an oder organisiert Kunst in Brücker Gärten. Also da musste ich hin.

Nicht nur wegen der Kunst, sondern auch wegen der Gärten natürlich. Die verschiedenen Gärten hatte ich mir auf Komoot vorsortiert, damit ich keinen verpasse. Früh fuhr ich los, durch die Felder Richtung Brück … zu früh! Am ersten Garten die Öffnungszeiten der Veranstaltung: Samstag 14.00, Sonntag, 11.00. Also das ganze noch mal von vorn: Die Tour umdrehen, den Inder meines Vertrauens einbauen, beim Inder eines Vertrauens essen und tatsächlich war ich um 13.55 startklar in Brück.

Uups – Fehlstart

Was ich da zu sehen bekam, war sehr unterschiedliche Kunst in sehr unterschiedlichen Gärten, teilweise auch Häusern, Ateliers, Garageneinfahrten. Erstaunlich, was sich hinter den Brücker Häusern alles verbirgt. Von den Gärten haben mir gleich der erste von Martina Guenthner-Lange und der allerletzte im Kleinfeldchensweg am besten gefallen.
Martina Guenthner-Lange ist die mit den schönen Wellenbildern. Ihr Garten ist etwa 1/4 so groß wie meiner, aber enthält alles, was ich so schön finde. Sie hat dort auch ihr Atelier. In den meisten Gärten hatten die Gartenbesitzer den Garten für die Ausstellung zur Verfügung gestellt.
Der letzte Garten hatte in etwa die Länge, vielleicht nicht ganz die Breite meines Grundstücks, war aber von vorn bis hinten total verschachtelt und liebevoll angelegt, mit Teich, Gartenhaus und Tieren und hat mir gezeigt, was ich draus machen könnte, wenn ich mir ein Dutzend Gärtner leisten könnte, die Thuja, Kirschlorbeer und Brombeeren killen. Den teilten sich auch Eva Steinhübel mit Fotogrammen und Michael Gregor mit Kölner Motiven. Hier habe ich nicht mehr fotografiert, weil mein Akku schon kurz vor tot war. Tatsächlich hatte ich mir unterwegs schon ein Kabel erbettelt. Danke dafür.


Am meisten beeindruckt hat mich die sehr junge Künstlerin Cara Wilmanns, die photorealistisch in Öl malt.
Gleich daneben Seona Sommer, die mit ihrer Kunst Menschen in Afrika unterstützt.
Die anderen Künstler:
Fritz Biltz , der in seiner Garage Grafiken mit Brücker Motiven ausstellte.
Andi Dost mit Ölmalerei. Da hat mir tatsächlich am besten die Brenn Nessel gefallen.
Ulla Phillip mit ihren witzigen Flusskieselbildern
Karin Schmachtenberg mit abstrakter Malerei
Renate Berghaus mit Groß und kleinformatigen Gemälden und Drucken. Hier war ich fast versucht eine kleine Kuh für Fjonka zu besorgen.
Ren M. Pape hatte für die Ausstellung auf den Manga-Day verzichtet, der zeitgleich stattfand. Sie stellte gemeinsam mit Joyce Beckhaus In einer Einfahrt aus, und die beiden passten gut zusammen.
Angela Graul zeigte abstrakte Kunst.
Birgit Fischer-Brieger mit eigenem Atelier in Brück, ließ sich teilweise von César Manrique inspirieren.

Das Wetter war perfekt für die Ausstellungen, sehr sonnig, später recht heiß und obwohl ich zwischen durch immer etwas von dem angebotenen Wasser getrunken habe, fuhr ich auf direktem Weg zum Weinfest nach Rath. Erstmal einen halben Liter Wasser zu bekannten Kölschen Liedern, und gerade als ich mich mit Wein und Bratwurst niedergelassen hatte, kam ein Sänger mit deutschen Schlagern auf die Bühne. Das Timing war nicht soo perfekt.