Alte Liebe


Ein Buch freilassen, lecker Essen und auf den Rhein glotzen

Das sind ja drei Wünsche auf einmal! Noch dazu ein Themen-Release. Kann man machen.

Alte Liebe – ruut-wieß

Am Rheinufer vor Rodenkirchen, liegt das Bootshaus „Alte Liebe“. Oft war es totgesagt:  Zwei Brände, Lockdown und eine Kollision mit einem anderen Schiff hat das rot-weiß gestreifte Hausboot überstanden.

Rhein, Rodenkirchener Brücke und natürlich der Dom

Ich aß also lecker: Zander mit Rosmarinkartoffeln.
Ich ließ mein Buch frei: Alte Liebe auf der alten Liebe
Ich glotzte auf den Rhein. Ich glotzte auf den Dom.
Und wunderte mich, dass der Dom bei der wechselnden Bewölkung ständig die Farbe wechselte. Früher war der schwarz. Egal aus welcher Richtung und bei welcher Beleuchtung ich ihn angeschaut habe. Innen wie außen. Die industrielle Luftverschmutzung hatte ihre Spuren hinterlassen. Die Restauratoren und Steinmetze der Dombauhütte arbeiteten dagegen an. Innen wie außen. Während des Lockdowns ließen sie alles stehen und liegen und entfernten die Schmierereien im Aufgang zum Turm. Ein Jahrhundertwerk, das über die Generationen hinaus geht.

Viel Wasser fließt den Rhein hinunter

Im Heck – oder ist es der Bug? – der Alten Liebe gibt es noch einen Biergarten, in dem einige dick vermummte Gäste ihr Kaltgeränk einnahmen. Für mich ist das zu kalt. Ich machte mich auf zu einem kleinen Verdauungsspaziergang.

Ruderer an der Rodenkirchener Riviera

Die Rodenkirchener Riviera ist im Sommer ein beliebter Badestrand. Schwimmen im Rhein ist allerdings nicht zu empfehlen. Die Strömung ist tückisch. Ich beobachtete eine Rettungsaktion – Achnee jemand übt Wasserski und muss alle drei Meter wieder aus dem Fluss gefischt werden. Ein paar tapfere Ruderer sind auch unterwegs. Wo im Sommer ein breiter Strand einlädt, stehen jetzt die Weiden mit den Füßen im Wasser.
Nicht nur der Dom, auch der Rhein ist seit den 80ern viel sauberer geworden. Wahrscheinlich sind die Boomer und die Grünen schuld.

Kunst, Rhein, Treppchen

Weil es untenrum doch recht frisch wurde, machte ich einen Schlenker durch Rodenkirchen zurück. Im Zentrum hatte ich mal einen Gastauftritt. Während meiner Lehre habe ich dort einige Wochen in einem Fachlabor gearbeitet, um das richtige Leben kennen zu lernen. Das Fotolabor gibt es bestimmt nicht mehr, und das Zentrum ist immer noch so potthässlich wie ich es in Erinnerung habe. Also lieber wieder an den Rhein.
Das Treppchen existiert seit 1656. Damals war es Pferdetränke und Rastplatz für die Treidler, die dort ihr mitgebrachtes Essen verzehren konnten. 1820 wurde erhielt das Treppchen die Konzession zum Gasthaus. Von nun an war jeder Gast willkommen. Naja, fast jeder. Ab und zu war auch der Rhein zu Gast.
„Hochwasser gab es schon immer!!“ Stimmt. Weil der Rhein in ein viel zu enges, begradigtes Bett gezwungen war, hatte er nur eine Möglichkeit auszuweichen: Nach oben! Mittlerweile hat er wieder mehr Platz in seinem Bett. Dämme wurden verlegt, Altarme geöffnet, Retentionsbecken geschaffen, in die das Hochwasser ablaufen kann. So läuft die Flut trotz des Klimawandels nicht mehr ganz so hoch auf, wie „immer“. Und es wird weiter daran gearbeitet. Wahrscheinlich sind die Boomer und die Grünen schuld.

De Rhing erav

https://www.komoot.com/de-de/tour/1885730549

4 Kommentare

    • Ja, und in Hamburg gab es auch eine Alte Liebe, auf der ich wohl auch schon ein Buch freigelassen habe. Die scheint es aber nicht mehr zu geben.
      Ich weiß, dass Heck für hinten steht, aber ich weiß nicht, wo bei unserer alten Liebe hinten ist. Die ist nämlich ziemlich rechteckig, siehe Fotos.
      Ich meinte auch auf unserer Alten Liebe schon mal was freigelassen zu haben, aber die Zone gab es gar nicht. Da Wyando aber angefangen hat, Zonen stillzulegen, die lange nicht mehr gebraucht wurden, Ist das durchaus möglich.

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