
Neulich bin ich mal wieder widerwillig im Dunkeln Rad gefahren und stellte fest: Das Standlicht funktioniert immer noch nicht, obwohl Ende Oktober die Lampe ausgetauscht wurde.
Anruf bei der Werkstatt: „Kommen sie vorbei, das können wir eben machen.“
Also hin zum Prumbaum 39 Minuten bei Rückenwind. „Wir finden nix, machen sie doch besser einen Termin“. Also wieder zurück 49 Minuten bei fiesem Gegenwind. Und dann gestern früh wieder hin ohne Wind? 37 Minuten.
Weil der Termin für meine Verhältnisse früh lag, und Dellbrück und Holweide so dicht beieinander liegen, wollte ich den beiden Schränken in Holweide noch ihr Passbild verpassen.
Dazu fuhr ich eine Station mit der S-Bahn.
Nachdem ich die S-Bahn und Bushaltestelle überwunden hatte, führte mich ein Trampelpfad in ein kleines, leider verdrecktes Gehölz. Hier stand aber auch eine kleine Überraschung bereit: Ilex aquifolia, die europäische Stechpalme. Hätte ich hier jetzt nicht erwartet. Obwohl der Ilex ein gutes Vogelschutzgehölz abgibt, ist der trockenresistente, zweihäusige Strauch in deutschen Gärten selten zu sehen.
Bei mir im Garten steht einer: männlich und so alt wie ich.

An das schüttere Gehölz schließt sich eine gemähte Grünfläche an und danach lande ich in einer typischen GAG-Siedlung. Kennst Du eine, kennst du alle. Wohnblocks für die Massen, dazwischen Grünflächen (gut) aber mangelhafte Infrastruktur (schlecht). Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Kitas werden allzu oft nicht mit geplant.
Die Gerhart-Hauptmann-Siedlung stammt aus den 60er Jahren und die Grünflächen wurden 2017 im Rahmen einer Architekturausstellung aufgehübscht.



Bienenpfahl, Wandgemälde, Bücherschrank
Hier am „Picco-Platz“ offiziell in der Piccoloministraße finde ich Schrank Nr. 1. Neben dem Schrank gibt es noch Sitzgelegenheiten und etwas Urban-Gardening, außerdem den Bäcker. Bei der türkischen Bäckereiverkäuferin nehme ich einen Kaffee und ein Brötchen, denn hier weht ein kalter Wind.


Durch einen Grünzug mit einem schönen Spielplatz erreiche ich Schrank Nr. 2. „Am Marktplatz“, gegenüber der Kirche Maria Himmelfahrt. Gleich in der Nähe finde ich auch die KVB-Haltestelle Neufelder Straße. Ein kurzer Spaziergang von Bahn zu Bahn und von Schrank zu Schrank, noch nicht wirklich frühlingshaft aber trotzdem hat sich seit gestern etwas geändert: Es ist nicht mehr ganz so fies kalt und schockgefroren, wenn auch nicht gerade warm. Einige Vögel bewegen sich paarweise, die Stadttäuber bedrängen die Stadttauben, und heute früh habe ich die ersten Spitzen von Schneeglöckchen im Laub des Vorgartens gesehen.