Weil das Wetter umschlagen sollte, fuhr ich nach Arnhem in den Zoo. Bei Regen kann ich ja in eins der Tierhäuser, dachte ich. Der Name sagte mir was. Genau! Dort wurde doch Verhaltensforschung an Schimpansen betrieben.
Der Zoobesuch fing eigentlich ganz normal an:





Die Pinguine warn noch etwas schläfrig, die Kattas sonnten sich, die Wallabies auch, und natürlich gibt es keinen Zoobesuch ohne das wachsame Erdmännchen des Tages. Es gab sogar ein Altersheim für Elefantenkühe, weil der Zoo aus Platzgründen nicht züchten kann.
Was für ein niedlicher kleiner Zoo, dachte ich.
Aber dann öffnete ich eine Tür…


…und wurde von Schmetterlingen umschwärmt, Vögel sangen, eine Seekuh schwamm unter einer Brücke hindurch. Ich war mitten in den Mangroven gelandet. Mist, die richtige Kamera lag in Köln. Dieser Zoo ist anders als ich erwartet hatte. Hier werden ganze Lebensräume nachgebaut und das auf ziemlich riesiger Fläche.
Mangrove, Regenwald, Wüste, Ozean, Savanne, Malaisia, Affen… Ich gestehe: Ich habe mir ziemlich die Füße platt gelaufen. Ein paar mehr Sitzgelegenheiten, um in Ruhe zu gucken, hätte ich alte Fregatte begrüßt.


Wie im richtigen Regenwald hört man die Tiere eher als dass man sie sieht, und wie im richtigen Regenwald braucht es Zeit und Geduld, sie zu entdecken.


Merken für’s nächste Mal: Zeit und Geduld und die richtige Kamera und evtl. noch ein Fernglas und den kleinen Faltstuhl mitbringen.
Im Ozean gibt es neben dem Korallenriff auch einen Tunnel durch ein Rochenbecken.


Savanne von oben, Wüste in der Halle.
In die Wüste habe ich zuerst nicht rein und dann nicht wieder rausgefunden und am Eingang zu Rimba, der Tierwelt Südostasiens bin ich mehrfach vorbei gelaufen.


Der deutlich größere Malaienbär nuckelt tatsächlich an der kleinen Bärin. Ob das wirklich ihr Kind ist? Und wenn ja, wie lange werden die gesäugt?
Fazit: Viele Zoos sortieren ja mittlerweile ihre Tiere nicht mehr nach Familien – Raubkatzen hier, Menschenaffen dort – sondern nach Kontinenten oder Lebensräumen. Aber die Nachbildung ganzer Ökosysteme und die Vergesellschaftung ihrer Bewohner habe ich in dieser Dimension und Konsequenz noch in keinem Zoo erlebt. Und noch was: Gerade mein Versuch, möglichst alles zu sehen, hat in diesem Zoo nicht funktioniert. Wahrscheinlich habe ich gerade dadurch vieles übersehen. Mea Culpa. Also nochmal hin, mit mehr Zeit und Geduld und der richtigen Kamera.