Save Land


Gestern war hier Radrennen und in Köln hat der FC gespielt. Also bin ich geflüchtet nach Bonn. Nicht ganz so einfach, ist doch die ÖPNV-Verbindung nach Bonn gekappt, und wegen der Straßensperrungen für die Rennradler gingen auch noch etliche Busverbindungen flöten.
Na gut, dass ich am östlichen Rand wohne. Von hier zum Flughafen und von da mit dem Schnellbus zum Bonner Hauptbahnhof, das geht! Leider musste ich wegen des Radrennens erstmal fast ganz rein nach Kalk, dort warten und dann wieder raus zum Flughafen, kam aber gerade rechtzeitig mit der S-Bahn an, um den Schnellbus zu besteigen.
Der war denn auch wirklich flott in Bonn.
Dort noch zur Museumsmeile, zur Bundeskunsthalle und da in die Ausstellung Save Land.

Braunerde, Stadtboden, Abraumhalde

In der Ausstellung dreht sich alles um das Land von dem wir leben, Bodenkunde, Bodenerosion, Bodenversiegelung, aber auch um Projekte und Initiativen, die kaputte, erodierte Böden wiederherstellen. Die Bodenschnitte, die natürlich gewachsene Böden, wie Braunerde oder Moorboden und gestörte Böden wie den Stadtboden und die Abraumhalde nebeneinander stellen, lassen erahnen, dass aus einer Abraumhalde und einem Stadtboden kein natürlicher Boden mehr wird.

Die Ausstellung ist audiovisuell und interaktiv, und obwohl gestern der Eintritt frei war, war es nicht überfüllt. Hier einmal stand nicht der Klimawandel im Vordergrund, sondern Bodenverluste. Wobei das eine und das andere miteinander verbunden ist, und sich gegenseitig befeuern. Und Verstädterung die treibende Kraft ist.

Ich habe mir dann noch eine Stunde Vorlesung zum Thema Bodenerosion angehört: Nicht nur in Afrika, sondern auch bei uns, vor allem auf den Sandböden in Norddeutschland ein großes Problem. Die größten Bodenverluste in der Landwirtschaft gehen auf das Konto von Maisanbau und Hackfrüchten, also Kartoffeln und Rüben. Mais, weil der Boden zwischen den Reihen und nach der Ernte blank liegt, Hackfrüchte weil immer erde daran kleben bleibt.
Gülle verklebt tatsächlich die Bodenpartikel und verhindert so Erosion, das ist aber wegen des hohen Nährstoffeintrags den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben.
Falls also jemand nicht weiß, wohin mit dem Kompost, wäre der Maisacker von nebenan eine Option 😏.
Auf Videomonitoren werden Initiativen vorgestellt, die ihr verwüstetes, erodiertes Land wieder fruchtbar machen.

alte Maissorten

Fazit: Unbedingt ansehen. Die Ausstellung läuft noch in der Bundeskunsthalle bis 11.August.
Anfahrt: U-Bahn Haltestelle Museumsmeile