Nach leidvoller Erfahrung vertraue ich meine Behördenpost nicht mehr der Post an. Schließlich will ich keinen Ärger, wenn die Einzugsermächtigung – online ausgefüllt, auf den Stick geladen, zum Copyshop gebracht, ausgedruckt, unterschrieben, eingetütet und abgeschickt – bis zum 30. Juli nicht ankommt. Willkommen im 21. Jahrhundert!
Das Wetter war gut, und ich war sowieso schon in Porz – also wollte ich danach noch an die Groov fahren. Der Hinweg war etwas nervig, weil ich ihn neu geplant habe, anstatt das Finanzamt einfach in meine bewährte Strecke:„Zündorf-kurz“ einzubauen. OSM kennt die neue Porzer Innenstadt noch nicht, und das macht es mit allen Systemen etwas schwierig.


Gleich dem Finanzamt gegenüber liegt die nahezu vollständig erhaltene Germania-Siedlung. Sie wurde zwischen 1899 und 1903 angelegt und umfasst eine Direktorenvilla mit Park am Concordiaplatz, Meisterhäuser an der Germaniastraße sowie Angestellten- und Arbeiterhäuser an der Glasstraße – alle für die Belegschaft der ehemaligen Germania-Spiegelglaswerke. Anlage und Architektur der Häuser spiegeln die damalige soziale Hierarchie der Bewohner wider: Je höher der Status, desto größer waren die Häuser – und desto näher lagen sie an der Fabrik. Die Siedlung steht unter Denkmalschutz.


Hier? Nee, hier ist besser?
Kurz vor der Groov und der Saftschorle noch ein Themenrelease: Ein Kanuführer am Kanuclub. Ich habe mich für das rote Kajak entschieden, die Einsatzstelle war mir zu modderig.


Blick auf die Groov – Markt
Nach dem Mittagessen bin ich noch eine Runde um die Groov geradelt.
Die Groov ist eine ehemalige Insel mit einem verlandeten Rheinarm in Köln-Zündorf. Ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt sie zwischen 1974 und 1978, als eine Marina angelegt und die Insel gemeinsam mit den angrenzenden Flächen zu einer Freizeitanlage ausgebaut wurde. Komisch – ich war dort regelmäßig und hatte nie ein Buch für die Stadtteile-Challenge dabei. Zündorf ist jetzt auch mit dabei.

Weil mir der Hinweg nicht gefallen hat, bin ich auf bekannter Strecke zurückgefahren: am Rhein entlang, durch die Westhovener Aue und das Gremberger Wäldchen.
Die Westhovener Aue gehörte einst zum Kölner Verteidigungsring und war später Kasernengelände. Heute ist sie Teil des Äußeren Grüngürtels, steht unter Naturschutz und dient als Retentionsfläche bei Hochwasser. Nach der Hitzewelle sieht man ihr das allerdings nicht an.

Mitgefahren ist auch die App von Stadtradeln. So ganz grün bin ich mit ihr aber noch nicht. Warum werden aufgezeichnete Strecken nicht sofort angezeigt und nicht automatisch an mein Team „Bündnis für die Felder“ übertragen? Angeblich soll die APP auch den Kommunen helfen, Strecken für den Radverkehr zu verbessern. In Köln glaube ich das noch nicht ganz.