In die Niederlande


Fahr in die Niederlande, haben sie gesagt. Da kann man gut Radfahren, haben sie gesagt. Ok. Ich habe noch genau drei Tage Zeit, denn am Mittwoch habe ich einen Termin. In der Eifel brauche ich etwas mehr Zeit, also in die Niederlande.

Was guckst Du? Im Westpark.

Der Auszug aus Aachen gestaltet sich erwartungsgemäß ätzend. Die Stadt bemüht sich sehr im Sinne eines Arbeitszeugnisses fahrradfreundlich zu werden, schafft es aber nicht wirklich. Außerdem geht es in alle Richtungen außer Jülich nach oben.
Eine kurze Erholungspause mache ich im kleinen Westpark. Mutter Nilgans hat mich tatsächlich nach dem Foto angezischt.

Mais wohin das Auge blickt

Hinter Laurensberg wird es tatsächlich ländlich. Ich erwarte jederzeit die Kinder des Mais zu treffen. Als ich einen hubbeligen Feldweg entlang fahre, habe ich eine Vision: Mir kommt ein Rennradfahrer entgegen. Der löst sich aber gleich wieder in Luft auf, und als ich die Kuppe erreicht habe, stehe ich plötzlich auf einem mehrspurigen Radweg, der oberhalb einer Autobahn verläuft. Ich habe die Niederlande über die grüne Grenze betreten.

Brücke nach Heerlen

Es stimmt! Die Radwege in den Niederlanden sind anders: Fast immer perfekt ausgebaut, vom Autoverkehr abgesetzt, in jedem Fall unbeparkbar und todlangweilig. Erst neben der Umgehungsstraße, dann neben der Bundesstraße, immer schnurgeradeaus, immer im Autolärm, kein lauschiges Rastplätzchen, nichts, woran das Auge hängen bleibt. So habe ich mir das nicht vorgestellt.

Doch! Eine Mühle! Und ein Kloster

Nein, doch kein Kloster. Watersley ist ein ehemaliges Landgut und jetzt Sporthotel kurz vor Sittard. Bei Donrade bin ich von der Straße abgefahren, vor Sittard hat sie mich wieder. Eigentlich könnte ich die 20 km bis Roermond noch so weiter fahren, aber auf Straßenlärm habe ich jetzt keine Lust mehr. Plan B muss her.
Ich suche mir ein Zimmer und verbringe den Abend in der Altstadt von Sittard.

Sittard Markt und Kirchen

https://www.komoot.com/de-de/tour/2524010920

4 Kommentare

  1. Ja, die Niederlande hat sehr gute Radwege aber es sind halt Verkehrswege. Sie sind als Funktionalität gebaut nicht als schöner Weg durch die Landschaft. Aber lieber so als das was wir hier haben. Im Oktober fahre (mit dem Auto) ich ja wieder nach Dänemark und diesmal auch (mit der Bahn) Nach Kopenhagen. Das soll ja die fahrradfreundlichste Stadt Europa sein, sogar nach Amsterdam. Ich bin gespannt

    • Ja, solche Radverkehrswege würde ich mir auch für Köln und andere deutsche Großstädte für den Alltagsverkehr wünschen, dann könnte ich mich auch innerhalb Kölns sicher und schnell mit dem Rad von A nach B bewegen, anstatt, wie dieses mal auch wieder das Rad für 33 Minuten in die Bahn zu stellen, oder bei normalen Wegen auf das Rad zu verzichten. Aber den ganzen Radverkehr über eine Fahrrad-Straße neben der Auto-Straße um die Stadt herum zu führen, die dann fast nur von Rennradlern befahren ist, kann auch nicht alles sein. Vielleicht lag es auch am Ballungsgebiet Aachen Heerlen. Zu Knotenpunkten und Wegweisung schreibe ich später noch was.

      • Ja, ich hab die Tage einen Bericht vom Ruhrradschnellweg gesehen, da sprach man auch von Problemen mit den Sport Radfahrer auf der Strecke. Vielleicht muss man eine Geschwindigkeitsbegrenzung einführen 🤣

      • Ich habe auch auf gut ausgebauten Teilstücken der Fernradwege, vor allem Rheinradweg, schlechte Erfahrungen mit Rennradfahrern gemacht. Da radelst Du mit Gepäck deinen gemächlichen Gang, und plötzlich brüllt einer von hinten: RÄÄÄÄCHTS! Ich bin rechts. Ich bin durch die Taschen etwas breiter und rechtser ist entweder die Kalle oder sogar eine Leitplanke.
        Auf dem Rheinradweg hatte ich auch mit Rennradlern zu tun, die zuerst mich aus dem Weg geblasen haben, anschließend zwei kleine Kinder zu Fall gebracht und einfach weiter gerast sind.

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