Rhöndorf und die Weinberge


Zwei Tage war das Wetter so übel, dass ich nur in der Wohnung versumpfen konnte. Sonntag bemüht die Sonne sich sehr, durch die Wolken zu stoßen – mit wenig Erfolg.
Weil ich an den Tagen vorher nicht rausgekommen bin, versuche ich trotzdem ein paar Bücher am Ort des Geschehens freizulassen: einen Naturführer mit Schwerpunkt Geologie, einen Geologie-Führer und einen kleinen über Vulkane besteigen.

Bücherschrank in Rhöndorf.

Rhöndorf ist ein Stadtteil von Bad Honnef. Hier befindet sich neben einem öffentlichen Bücherschrank auch der südliche, weniger begangene Weg auf den Drachenfels.

Trotzdem ist leider der Ziepchensplatz in der Altstadt zum Parkplatz verkommen. Von hier geht es hoch auf den Vulkan, und der Bücherschrank steht dort im Musikpavillon.

Gleich daneben befindet sich ein kleiner Weinlehrpfad. Da lasse ich mich doch gern belehren. Nur schade, dass die Sitzbänke in der kleinen Anlage den besten Blick auf die Blechlawine bieten.

Noch ein Schlenker durch die schöne Altstadt und ich wage den Aufstieg Richtung Drachenfels. Aber ich bin nach dem Winterschlaf noch nicht in Form. Wenn ich laufe bringt mich ein steiler Anstieg schon ins Schnaufen. Unterhalb des Ulanendenkmals stehen einige Sitzbänke am Weinberg, die bieten einen schönen Ausblick auf Rhöndorf und das Rheintal und ich nutze die Gelegenheit, das Gesicht in die Sonne zu halten.

Hier oben blühen schon die ersten Veilchen. Anstatt den steilen Fels zu erklimmen, entscheide ich, ein Stückchen durch die Weinberge zu laufen. Irgendwo hier oben, in diesen Weinbergen haben wir am 26. April 1986 gestanden, um den Rhein in Flammen anzusehen. Nicht ahnend, dass der Regen, der auf uns fiel, die atomare Verseuchung aus Tschernobyl mit sich brachte.

Vorbei am Weinberghäuschen und immer mit Blick auf den ehemaligen Vulkan. Das Trachytgestein ähnelt dem Basalt und wurde unter anderem für den Bau des Kölner Doms hier abgebaut. In den Mauerritzen wächst weißer Mauerpfeffer. Der ist doch Rot? Ja, aber blühen wird er weiß.

Richtung Königswinter wollte ich gehen, aber da steht am Ende des Wegs eine Mauer. eine steile Treppe führt nach unten. Außerdem ist es laut. Die Lärmquelle ist die B42, die hier wie eine Autobahn ausgebaut ist. Also gehe ich eine Etage tiefer wieder zurück durch die Weinberge.

Noch ein Schlenker durch die Altstadt. Hier ist es schon wieder kalt. Der Zug zurück ist pünktlich, die kurze Wanderung hat sich gelohnt. https://www.komoot.com/de-de/tour/2828878551

Gut, dass ich den Ausflug gemacht habe. Montag früh in Köln: Gewitter mit Hagel, und ich habe den ganzen Vormittag am Telefon gehangen: Umzugsunternehmer, Hauskäufer, Vermieter.

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