Ausgerechnet Gelsenkirchen.


Der letzte Tag frei fahren war angebrochen. Eigentlich wollte ich nochmal den Rhein hoch, also wirklich in ein anderes Bundesland. Der Zug war aber gerade weg.
Der Gelsenkirchener Zoo soll schön sein hat jemand gesagt. Gelsenkirchen liegt gleich hinter Essen. Die laut Bahn schnellste Zugverbindung zog sich aber dahin Umsteigen mit Wartezeitin Düsseldorf, planmäßiger Aufenthalt in Duisburg und hinter Duisburg mit mehreren Zwischenhalten. Als ich nach zwei Stunden bei der ZOOM-Erlebniswelt ankam, war es also schon Mittag. Und es gab keine Kassen! Nicht eine einzige! Tickets kann man nur online buchen. Ich sah etliche Leute, die auf ihren Handys rumtippten, kein Handy dabei hatten… Ja, ich hatte das Handy mit, aber hier werden ältere Menschen,Menschen, die keinen Computer mit Drucker, kein Tablet oder Smartphone besitzen, Menschen die nicht internet-affin sind, Menschen, die nicht ständig das Handy mit rumschleppen systematisch ausgesperrt. Ebenso Leute, die sich spontan entschließen einen Ausflug zu machen und an der Kasse ein Ticket kaufen wollen ohne gleich sämtliche Daten abzugeben.
Bei mir siegte die angeborene Bockigkeit, außerdem war ich schon ein bisschen hangry.
Ich fuhr also zurück nach Gelsenkirchen, wo sich die Altstadt als heruntergekommene 70er Jahre Einkaufsmeile mit vielen Dönerbuden erwies.
Nachdem ich mich in einem Steakhaus gestärkt hatte, folgte ich einem Wegweiser Richtung Wissenschaftspark.

Am Hauptbahnhof vergnügte ich mich mit ein paar Spiegelungen.

Liebfrauenkirche

Unterm Bahnhof durch, an der Liebfrauenkirche vorbei, kommt man zum Park.
Ein eher kleiner Park mit einem großen, durchaus interessantem Solarbauwerk, das als Veranstaltungs- und Tagungszentrum dient.

Beinahe hätte ich da auch noch meine Knipse verloren. Der Rückweg ging schneller, über Essen und ohne die Bahn nach dem schnellsten Weg zu fragen.
Fazit der zwei Wochen frei fahren:

  • Ist nicht ganz so einfach mit dem Regionalverkehr aus NRW raus zu kommen von Köln aus eigentlich nur in südlicher Richtung. NRW ist größer als man denkt.
  • Ab zwei Stunden Zugfahrt wird es heiß unter der Maske
  • Xanten war schön, Essen auch, Brohl und Gelsenkirchen so najaaa.
  • Ich fand es relativ anstrengend. Den ganzen Tag Radfahren macht mich nicht so platt wie die Kombination aus Zugfahrt und Besichtigungen.
  • Falls es noch einmal so ein Angebot gibt, werde ich es trotzdem nutzen und vielleicht das Fahrrad mitnehmen.
Book Crossing

2 Kommentare

  1. schade dass solche Angebote nur für Menschen galt, die eh schon ein Abo hatten…wenn man Menschen zur Bahnnutzung führen will, sollte man auch auf die zugehen die noch keine Bahnfahrer sind

    • Es war ein Dankeschön der Verkehrsverbünde an die Abokunden, die während der beiden Lockdowns keinen Gebrauch von ihrem Sonderkündigungsrecht gemacht, sondern weiter gezahlt haben, obwohl sie das Abo kaum nutzen konnten.
      Das finde ich auch gut und richtig so.
      Die Mentalität, alles möglichst kostenlos zu bekommen, breitet sich immer mehr aus und das schon seit Jahren.
      „Duhuuu! Wir haben da ein gaaanz tolles Projekt für Dich! Aber wir haben leider ü-ber-haupt kein Budget. Kannst Du Dir nicht vorstellen, das ehrenamtlich zu machen?“ Was glaubst Du, wie oft ich das gehört habe?
      Auto abschaffen und Bahnabo stattdessen, rechnet sich für Stadtbewohner auch ohne kostenloses Angebot. Es gab auch immer mal ein Wochenende mit frei fahren in der KVB, außer für Abokunden, denn die hatten ja schon gezahlt.
      Etwas anderes wären steuerfinanzierte Dauerkarten für alle. Da wäre ich ganz bei Dir.
      Abellio ist kurz vor der Pleite, weil sie sich auf Verträge eingelassen haben, die zu ihrem Nachteil laufen. Sie zahlen Strafe für jede Verspätung, auch wenn der Grund der Verspätung bei der Bahn liegt. Dabei finde ich die Abellio-Züge comfortabler als die ICE-Waggons.

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