Touristin in der eigenen Stadt?


Eine Bookcrosserin tut, was eine Bookcrosserin tun muss. In diesem Fall einen Themenrelease machen. Das Buch Kölner Luden spielt unter Krahnenbäumen, einer ehemaligen Kiez-Straße in Köln. Also „mal eben“ den Themenrelease erledigen.
Aber vorher:

Vorher würdige ich den autofreien Eigelstein. Wo sich früher die Blechlawine durchquälte, haben Anwohner und Stadt die Notbremse gezogen. Jetzt ist die schmale Fahrbahn Fahrradstraße, und wo vorher überdimensionierte Autos parkten stehen Fahrradständer, Kübel statt Karren, und Außengastronomie.

Unter Krahnenbäumen zweigt vom Eigelstein ab und ist ebenso scheußlich, wie im Buch beschrieben. eine schmale, dunkle Straßenschlucht zwischen Geschäftshäusern, noch dazu von der sechsspurigen Nord-Süd-Fahrt durchschnitten. Vom ehemaligen Kiez keine Spur.

Noch ein Themenrelease

Am anderen Ende, Richtung Rhein befindet sich die Musikhochschule, wo ich gleich noch einen Themenrelease schaffe: Das geheime Lied.
Insgesamt vier Themenreleases* in einem Monat, so viele hatte ich lange nicht mehr.
*Themenrelease: Buch und Ort passen zusammen.

Ich verlasse Unter Krahnenbäumen und trete wieder ins Licht. Sankt Kunibert ist eine der 12 großen romanischen Kirchen in Köln. Eine Besichtigung des Bauwerks lohnt sich, aber dieses Mal gehe ich über eine schmale Stiege hinunter an den Rhein.

…und plötzlich poppt der Frühling auf: Kirschblüte

In strahlendem Sonnenschein und angenehmer Wärme folge ich dem Rhein Richtung Norden.

Weckschnapp

Der Weckschnapp war Teil der mittelalterlichen Stadtmauer. Der Sage nach sollen die Wärter einen Weck an der Decke des Turms aufgehängt haben. Die hungernden Gefangenen versuchten den „Weck“ zu schnappen und stürzten dann durch einen mit scharfen Messern bestückten Schacht im Turm direkt in den Rhein. Nur ein Gefangener war so stark abgemagert, dass er durch die Messer fiel, ohne diese zu berühren, und so entkam.

Frühlingshaftes Rad
Bastei

Gleich dahinter steht die Bastei. Das ehemalige Ausflugslokal steht unter Denkmalschutz und wartet auf einen Investor, der sie wiederbelebt.

Kirschblüte am Rhein
Rabenkrähe
Platz ist in der kleinsten Ritze

Ich nähere mich dem Zoo, wo seit kurzem das Riesenrad steht.

Vorher stand es am Schokoladenmuseum und ich habe es immer nur von weitem gesehen. Aber jetzt springe ich auf.

Von dort oben hat man einen guten Ausblick auf Zoo, Flora und die Innenstadt. Leider liegt der Dom im Dunst, aber in die andere Richtung, über den Rhein kann man bis Bergisch-Gladbach sehen.
Und wenn ich schon mal geflogen bin, dann fliege ich gleich weiter

Ein ganz besonderes Vergnügen aus meiner Kindheit, ebenso wie der Rheinpark in dem ich lande.
Fortsetzung folgt

5 Kommentare

    • Danke! Ich kann ja katholische Pfaffen nicht voneinander unterscheiden. Woelki kommt morgen. Musste den Bericht halbieren, weil anscheinend keine Bilder mehr geladen wurden.

  1. Was für eine wunderbar informative, sogar Romantik einschließende Reportage!
    Als Kind lebte ich ein paar Jahre in der Gierather Straße und lernte in Bergisch-Gladbach den Lehrer Knödel kennen. Sexta, Latein.
    Gruß von Sonja

    • Ich musste sie halbieren, weil keine Bilder mehr geladen wurden. ( bei Dir aber anscheinend doch?)Der romantische Teil kommt morgen.

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