Sonntag 9.40 Endhaltestelle Königsforst: Neben mir hält ein pinkfarbener Bus mit der Aufschrift: „Tanzkorps Höppemötzche“. Nach kurzer Irritation steige ich ein und der Bus fährt los. Das Gut Leidenhausen hier in der Nähe, hat sich nach und nach vom Ausflugsziel mit Wildpark und Greifvogelschutzstation, über Waldmuseum, Heideportal, Wassserschaden und Coronakrise zum Umweltbildungszentrum gemausert und bietet in diesem Jahr zahllose Führungen und Veranstaltungen an. Gut zu wissen. Die kostenlose Führung im Waldlabor war schon eine davon. Nach einer Stunde Fahrzeit hält der Bus.
Panarbora bei Waldbröl ist mit meinen Mitteln Fahrrad + ÖPNV nur schwer erreichbar. Deswegen habe ich das diesmal kostenpflichtige Angebot gern angenommen. Panarbora ist die wohl einzigartige Kombination aus Jugendherberge und Naturerlebniszentrum. Tatsächlich wird herumgeflaxt: „Ist ja wie beim Schulausflug“, als alle ein grünes Bändchen um den Arm gewickelt bekommen und eine blaue Getränkemarke in die Hand gedrückt: „Nicht verlieren“.
Dann geht es mit einem Führer auf den Baumwipfelpfad.
Unser Führer kann gut erklären: das Bergische Land, der Naturpark, der Nutscheid, Eiche und Buche, gepflanzt oder natürlich gewachsen… Immer wieder die Frage: „Was meint ihr denn?“ Stiel- oder Traubeneiche? „Habt ihr aufgepasst? Eiche oder Buche?“ „Buche“,“Buche“,“Buche“, „Hainbuche – – ist ne Birke!“ Spielverderberin Bibo.
Die Hainbuche wird gewürdigt. Dann die Fichten.


Junge Fichtenzapfen stehen erst aufrecht, dann hängen sie. Tannenzapfen bleiben stehen. Was Nadeln hat, ist noch lange keine Tanne.
Vom Endpunkt des Baumwipfelpfades kann man bis zum Westerwald gucken. Nach etwas mehr als einer Stunde ist die kurzweilige Führung beendet. Ich besteige noch den Turm.
Der Turm von Panarbora ähnelt äußerlich, dem Turm im Neandertal, aber während sich die Drehrichtung des Aufstiegs im Neandertal alle paar Meter ändert, bleibt sie hier gleich, was einen leichten Drehwurm erzeugt.
Von dort oben kann man den Blick über das Bergische Land, den Baumwipfelpfad und den Naturerlebnispark schweifen lassen.
Anschließend mache ich noch einen Spaziergang durch den Naturerlebnispark, der untrennbar mit der Jugendherberge verschmolzen ist.






Im Park verstreut liegen die Erlebnisdörfer und Baumhäuser der Jugendherberge. Es gäbe noch so viel zu entdecken, auch den Baumwipfelpfad noch einmal mit den Erklärstationen, aber nach dem Mittagessen bleibt bis zur Abfahrt nur noch wenig Zeit für einen kurzen Gang durch den Irrgarten. Seit ich „Shining“ von Stephen King gelesen habe, bin ich immer froh, dass ich wieder raus finde. Und jetzt überlege ich, ob ich nicht doch noch einmal einen Jugendherbergsausweis anschaffe.





