Exkursion in die Felder


Feld am Abend

Sonntagmorgen um 9 Uhr, mitten im Kommunalwahlkampf, hatte unser Bündnis für die Felder wieder zu einer Exkursion mit Holger Sticht eingeladen.

Zwei Wochen vor der Wahl ging es spürbar politischer zu. Sowohl Holger als auch unser Gründungsmitglied Peter Jüde, der für Gut & Klimafreunde kandidiert, machten deutlich: Es liegt an unserer Wahl, ob hier gebaut wird oder nicht.


Holger Sticht vom BUND

Im Endspurt des Wahlkampfes ist ausgerechnet die CDU auf unseren fahrenden Zug aufgesprungen und betont nun fast verzweifelt, wie sehr sie sich angeblich seit Jahren schon für den Erhalt der Frischluftschneise einsetzt. Wer sich tatsächlich seit Jahren für die Felder engagiert, weiß jedoch, dass das nicht stimmt – denselben Trick hat man schon im Wahlkampf 2020 versucht. Aber gut: Besser, sie lehnen sich an unsere Forderungen an, als an die der AfD, wie es die Bundes-CDU tut.

Obwohl die Felder kurz zuvor noch umgepflügt worden waren, zeigte sich bereits ein grüner Bewuchs. Der zurückgebogene Amaranth braucht offene Böden und wächst dann sehr schnell.
An den Ackerrandstreifen waren unter anderem Rainfarn, Zypressen-Wolfsmilch und Rote Borstenhirse zu sehen, im Rübenacker Echte Kamille und Geruchlose Kamille.

Auch eine interessante Flugshow war zu beobachten: Rauch- und Mehlschwalben sind noch hier und jagten über den Feldern nach Insekten. Ein Habicht verfolgte einen durchziehenden Kiebitz, erwischte ihn aber nicht. Der Rotmilan drehte ebenfalls seine Runden, ebenso eine Dohle. Die Nilgänse waren auf dem Rückweg zum See. Momentan mischen sich hier Standvögel und Zugvögel – beide nutzen die Felder als Rast- und Futterplätze. „Gerade ist auch ein Fischadler zu Gast, der auf seinem Zugweg auch kleinere Seen ansteuert“, erklärte Holger.

Wo die toten Fichten nach und nach zusammenbrechen, setzt die natürliche Sukzession ein. Viele mögen abgestorbene Bäume befremdlich finden, doch für eine natürliche Waldentwicklung ist das genau das Richtige. Fichten wurden hier einst angepflanzt, obwohl sie nicht in diese Landschaft gehören – nun kann sich die Fläche endlich natürlich entwickeln.

Fazit: Obwohl wir diese Exkursionen nun schon im dritten Jahr anbieten, gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Und ich bin froh, wenn der Wahlkampf endlich vorbei ist, mit hoffentlich guten Ergebnissen für den Klima- und Naturschutz.