Es gibt genug Wohnraum


Neulich, als ich meine Besucherin durch den Wald schleppte, anstatt ihr die Gegend zu zeigen, sahen wir das:

Wtf?

Und wir rätselten, was das wohl ist, bzw. mal war: Kaserne? Hotel? Kurklinik? Wohnsiedlung?
Nach einem schlaff auf dem Balkon verbrachten Tag drehte ich noch eine kleine Runde, nur zum Bücherschränkchen und zum Tauschregal, und dann fiel mir das Gelände wieder ein und dass es wohl von hier aus einen Zugang gibt.
Also ging ich mal gucken.
Es gibt tatsächlich eine Zufahrt, an der steht Immenhof aber danach ist großzügig abgesperrt.

lang, schmal, Balkone und dann gleich mehrere dieser Blöcke.

Mir fehlt die kriminelle Energie um dort einzudringen, wirklich schwierig wäre es nicht gewesen, denn es stand sogar ein kleines Törchen offen.

Und wieder Immenhof

Aber der Immenhof, das ist doch das ehemalige Gut Rothensande unten am Kellersee. Der kann es also nicht sein, oder?

Seitenflügel mit Turm

Ich ziehe also wieder ab und fantasiere mir was zusammen: In den 70ern des vorigen Jahrhunderts, als Gut Rothensande, Drehort der Immenhof-Filtme, noch Gut Rothensande hieß, wurde hier ein scheußliches Hotel gebaut und nach den Filmen benannt. Später, als aus Gut Rothensande das Hotel Immenhof wurde, vielleicht auch schon früher, wurde diese Scheußlichkeit aufgegeben und steht jetzt als vor sich hinrottende Spekulationsmasse dumm in der Gegend rum.

Was wirklich war, werde ich meine Nachbarin mal fragen, die in der Nähe gewohnt hat.

Wie dem auch sei: Man könnte es wiederbeleben. Günstigen Wohnraum schaffen für – naja studiert wird hier eher nicht, außer in Plön an der Optiker-Akademie – aber vielleicht für ältere Semester oder gemischt.
Schleswig Holstein ist mittlerweile das älteste Bundesland. Nicht weil wie im Osten die jungen abwandern, sondern weil die Alten keinen Bock mehr auf Großstadt haben.

Jedenfalls bin ich der Meinung, dass Spekulation mit Wohnraum unterbunden werden müsste.

14 Kommentare

  1. Achso, ich las nur das da bei Euch endlich was passiert.
    Leerstand in Schleswig-Holstein ist seitdem der Bund da weg ist schlimm geworden.
    Aber leider überall so.

    • Was hat das mit dem Bund zu tun? Seit der Aussetzung der Vermögenssteuer durch die Bundesregierung fehlt das Geld in den Ländern. Plön und Eutin stehen trotzdem ganz gut da, aber Malente hat immer von Kurgästen gelebt, und ein paar Touristen. Und schon seit der letzten Gesundheitsreform kann man nicht mehr einfach so zum Arzt gehen und der schreibt dann einfach mal so ne Kur auf den Zettel. Mit der nächsten wird das noch schlimmer. Touristen wollen auch nicht mehr in abgewrackten Hotelanlagen aus den 70ern mit hunderten in einem großen Speisesaal essen. In diesem Sinne sind die Leerstände der Großanlagen hier ja noch verständlich und das Angebot an normalen Häusern und Wohnungen ist überschaubar. In Köln wehren wir uns gegen die Bebauung der Felder, während in ganz Köln Leerstand herrscht ohne Ende. Neubau hilft da nicht, denn was fehlt ist bezahlbarer Wohnraum und mit jeder Neubausiedlung schießt der Mietenspiegel in die Höhe. Es ziehen auch immer mehr Leute her, die nicht mehr in der Großstadt leben wollen und müssen.
      Ob aber nun ausgerechnet ein Luxusressort in Krummsee es richten wird, wage ich zu bezweifeln.

      • Ich auch.
        Naja, der Bund der ja in Schleswig-Holstein und Niedersachsen überall seine Militärstätten hatte fällt weg und somit ist eine ganze Wirtschaft weggefallen in vielen der kleineren Städten.
        An der Ostsee hat es schon immer an allem gefehlt Fabriken sind da eher wenige zu finden.
        Landwirtschaft da überleben die großen,
        die kleinen gehen unter.
        Die Kaufkraft fehlt seit Ende der 90er schon.
        Am Bund hing eine ganze Wirtschaft dran und die Bunkerbauten/Hotelanlagen der 70er sind rott.
        Ich glaube meine Eltern haben ganz gut daran getan ihre Ferienwohnung im Ferienpark in Heiligenhafen vor ein paar Jahren zu verkaufen.
        Wenn man auch selber nicht mehr hinkommt muss es halt weg.
        Schade für uns Kinder/Enkel und Urenkel,
        aber ich denke das war zum richtigen Zeitpunkt.
        Selbst der Stadtteil Hamburg-Bergedorf hat darunter zu leiden dass die Kaufkraft der ehmals in Wentorf und Glinde stationierten Weg fiel.
        Der Bund mit ihren Familien waren für ein Land wie Schleswig-Holstein genau das richtige nur für die Wirtschaft.
        Ein Land welches sonst nur von Tourismus und Landwirtschaft lebt braucht auch noch einen anderen Wirtschaftszweig und das war halt Jahrzehnte lang die BUNDESWEHR.
        Gerade so Städte wie Neumünster, Elmshorn, Itzehoe und Glückstadt hatten viel Leerstand.
        Heiligenhafen hat es nicht ganz so doll getroffen weil da in der Nähe blieben Sie ja noch.
        Zumindest ist das mein erleben obwohl ich seit über 30 Jahren nicht mehr in Schleswig-Holstein wohne.

      • Ach, in Wentorf ist keine Kaserne mehr? Ein Freund von mir hat dort Informatik studiert. Aber hier ist es definitiv der Kurbetrieb, der immer weniger wird.

      • Nee schon lange nicht mehr und Glinde auch nichts mehr.
        Das Dorf in dem ich aufwuchs hat die eine Seite beim Bund in Glinde und Wentorf gearbeitet und die Anderen bei der Feuerwerkerei der Nico oder der Meierei Milli in Trittau.
        Davon gibts nichts mehr.
        Meine Oma hat bei der Nico gearbeitet.
        Unsere Nachbarn beide beim Bund in der Verwaltung und in der Küche.
        Das war völlig normal bei uns.

      • Aber von Wentorf ist es ja nur ein Katzensprung bis Hamburg. Da sollte es genug zu arbeiten geben. Ich weiß, dass in Wentorf die Bundeswehr-Hochschule war. Mein Freund hat da studiert, weil der Vater ihm gesagt hat: Du studierst entweder bei der Bundeswehr Z 12 oder gar nicht. Die Eltern lebten in Flensburg und der Vater arbeitete auch für die Bundeswehr. (Wär ja auch zu schwierig gewesen, sich selbst um Bafög zu kümmern) Aber das ist ja sowieso schon ewig her, dass die ganze Familie für das selbe Unternehmen gearbeitet hat und sich darauf verlassen hat, da ebenfalls einen Job zu bekommen. Mein Vater, Oma, Opa haben für Konsum/Co-op gearbeitet. Mein Vater wollte Gärtner werden, aber mein Opa hat ihm eine Lehrstelle als Schlosser oder Elektriker bei Co-op besorgt.(Wäre ja auch zu schwierig gewesen, sich selbst zu kümmern, mit der Gärtnerei direkt gegenüber) Meine Generation musste schon gucken, wo sie blieb und die Regierung Kohl verlangte „größtmögliche Flexibilität am Arbeitsplatz“. Hieß soviel wie: Nimm irgendeinen schlecht bezahlten Scheißjob, Pendel 100km am Tag oder zieh halt um. Ich bin umgezogen.
        Aber heute sieht das schon wieder ganz anders aus: Mit der Möglichkeit zum Home-Office kannst Du im Prinzip leben, wo Du willst und musst dich nicht in der Stadt um die künstlich überteuerten Wohnungen kloppen. Und wenn Du ein Gewerbe gelernt hast, das überall gebraucht wird, z.B. Optiker, musst Du dich nicht in Konkurrenz mit hunderten anderen in München begeben, und eine überteuerte Mini-Butze bewohnen, sondern suchst Dir halt ne kuschelige Kleinstadt Deiner Wahl und bist der einzige. Und wenn Du dann noch so coole Gestelle anbietest wie der hier, kaufen Dir die Touristen die Gestelle ab.

      • Stimmt…kommt aber auch immer auf den Schulabschluss an.
        Und mit meinem Ausbildungsberuf kannste auch heute noch keinen Blumentopf gewinnen.
        Ich habe zwar nie darin gearbeitet, aber eines steht fest als Kinderpflegerin verdient man auch heute noch nichts.
        Achja den Beruf gibts ja nicht mal mehr und bekam jetzt den hochgestochenen Namen „Sozialpädagogische Assistentin“.
        Aber das ist ja in allen sozialen Bereichen so.
        Beim Nachbarn meiner Kindheit hat auch alles beim Bund gearbeitet.
        Die 2 Buben gingen auch zum BUND.
        Ich bekam damals mit dem Hauptschulabschluss den ich hatte nicht mal irgendein Gewerbe als Ausbildungsplatz.
        Ich wollte eigentlich Floridtin werden, aber die nahmen Anfang der 90er nur welche mit Realschulabschluss.
        Da hatte ich mit meinem schlechten 3,4 Durschnitt im Abschluss keine Chance.
        Also bin ich jeden Tag in die Stadt um zur Schule zu fahren.
        Ich war mit 15 ja noch Schulpflichtig und musste irgendwas machen.
        Also wurde es die Kinderpflegeschule.
        Ich blieb dann in Hamburg.😉

      • Ich habe mal Fotolaborantin gelernt. Den Beruf gibt es so (zum Glück) auch nicht mehr.
        Cutterin wurde quasi abgeschafft als der Mediengestalter erfunden wurde. Auf 2 Jahre verkürzter Ausbildungsgang, eierlegende Wollmilchsau die von allem ein Bisschen gelernt hatte außer Gestaltung.
        Der größte Fehler den, Städte und Gemeinden, aber auch Menschen machen können, ist alles auf ein oder zwei dominante Gewerbe zu setzen, als ob es die in alle Ewigkeit gäbe. Köln kapiert es immer noch nicht und macht sich krumm für Ford. Als im Ruhrgebiet absehbar war, dass Steinkohle am Ende ist, haben tatsächlich noch junge Leute da eine Ausbildung angefangen, weil die gut bezahlt wurde. Das Ruhrgebiet hat es geschafft, nach dem Ende der Kohle komplett umzustrukturieren. Aber eben erst danach. Hier ist es eben der Kurbetrieb und Tourismus als Saisongeschäft. Es gibt immerhin viel Wochenend-Tourismus, wenn die Angehörigen vorbeikommen, um die Kurgäste zu lüften. Und es gibt viele, die zur Arbeit nach Kiel pendeln.

      • Oder gar nach Hamburg und Umgebung.
        Stimmt dass es noch junge Menschen gab die noch im Bergbau anfingen bekam ich auch mit.
        Unser einer Ersatz- Lehrer in der Hauptschule pendelte jeden Tag von Flensburg nach Kuddewörde im Herzogtum Lauenburg.
        Bei Ihm in der Gegend bekam er keine Anstellung und als unser Klassenlehrer an Lungenkrebs erkrankte und verstarb wurde die Stelle nur aushilfsweise besetzt.
        Es war aber nicht so, dass es im Umkreis keine arbeitslosen Grund-und Hauptschullehrer gab.
        Ich persönlich kannte schon 2 davon die nicht mal aushilfsweise eine Anstellung bekammen.
        Und erst viel später als gewöhnlich in den Schulbetrieb kamen.
        Unser Aushilfslehrer sprang überall ein wo Not am Mann war.
        Er konnte einem echt Leid tun.
        Morgens und Abends im Stau stehen kann ja nicht die Erfüllung des Lehrerberufes sein.
        Zumal ihn auf unserer Schule keh keiner wirklich mochte.
        Den hat bei uns keiner ernst genommen.
        Obwohl er ein gar nicht schlechter Lehrer war.
        Aber unseren aus 2 Klassen zusammengewürfelter Haufen wollte keiner freiwillig unterrichten.
        Unser Direktor wurde damals kurzfristig unser Klassenlehrer.
        Das war ganz gut, denn bei dem traute sich keiner aufzumucken.

      • In einigen Bundesländern wurden Lehrer und Lehrerinnen in den Sommerferien in die Arbeitslosigkeit entlassen, um Geld zu sparen. Aber dann jammern über Lehrermangel. Ich kann das verstehen, wenn die jungen Leute sich irgendwann anders orientieren.
        Mir geht es mit meiner Mini-Serie es gibt genug Wohnraum ja in erster Linie um den angeblichen Wohnungsmangel. In Köln werden die Felder und Frischluftschneisen bebaut bei gleichzeitigem Leerstand und Hitzeperioden. Und ich finde, das muss nicht sein. Was eigentlich fehlt, ist „bezahlbarer“ Wohnraum, und jede Neubausiedlung treibt die Mieten in die Höhe.
        Da sollte sich auch jede überlegen, ob es unbedingt notwendig ist, in einer bestimmten Stadt in einer überteuerten Mini-Butze zu wohnen, wenn man ebenso gut woanders leben und arbeiten könnte.
        Ein Freund von mir hat nach dem Studium einen Job in Naumburg angenommen und sich vorgenommen, dort genauso viel für Miete auszugeben wie in Hamburg. Hat er nicht geschafft, obwohl er in HH in einer Stiftungswohnung gewohnt hat, war die Wohnung in Naumburg doppelt so groß und nicht so teuer.

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