

Hätte man mich an dem Ort ausgesetzt, ich hätte nicht gewusst wo ich bin. Als ich noch in Hamburg gelebt habe bin ich an freien Tagen öfter hingefahren, um dann entweder mit der Fähre auf den Priwall oder einfach links abzubiegen und dann auf denOstseeküsten-Radweg. Damals war der Priwall eine sandige Halbinsel mit vielen Ferienhäusern und einer Jugendherberge, Travemünde selbst ein nettes Seebad mit schöner kleiner Altstadt.
Noch früher war hier Ende Gelände: Der Todesstreifen der Deutsch-Deutschen Grenze verlief über den Priwall. Erst im April 1990 konnte der Priwall wieder betreten werden.
Jetzt ist alles anders: Auf beiden Seiten der Trave liegen hunderte Yachten. Die Passat liegt am Priwall, neben einer Marina. Dort hat ein dänischer Inverstor in eine „Beach Bay“ investiert mit Yachthafen, Hotels und Restaurants. Auch eine Ostseestation, Meeresmuseum + Aquarium und eine Seniorenresidenz ist dort zu finden. Der Südliche Teil des Priwall ist Schutzgebiet.
Diesseits der Trave halten die großen Pötte: Vom Skandinavienkai aus, kann man nach Trelleborg, Helsinki, Malmö oder Liepāja schippern. Neben den Beiden Fähren zum Priwall, gibt es auch einige Ausflugsschiffe und eine Bootsverbindung nach Lübeck. Nachdem ich meine neuen Übergangsschuhe erstanden habe, nehme ich die Fähre nach Lübeck. Eigentlich wollte ich ja nur Schuhe* kaufen, aber das muss ich mir nochmal genauer ansehen.
* Wieso zum Schuhe kaufen nach Travemünde? Schuhe muss ich grundsätzlich anprobieren. Der Versuch Schuhe im Internet zu bestellen schlug fehl und eigentlich passen an meine Füße nur Leguanos. Selbst die muss ich grundsätzlich anprobieren. In Travemünde gibt es einen Outlet und einen normalen Laden fast nebeneinander. In beiden Läden wurde ich freundlich bedient. Ich hätte auch in Kiel oder Lübeck welche bekommen, hatte aber gerade keinen Bock auf Stadt.

