Abends wollte ich noch ein wenig am Dieksee ruhen. Kaum saß ich in der Schwungliege, sah ich eine Gans, die komische Bewegungen beim schwimmen machte und die sich dem Ufer näherte. Als sie kurz vor mir anlandete, sah ich die Ursache: Angelhaken im Schnabel, Schnur um die Gans, Schwimmer an den Füßen. Zunächst habe ich versucht, selbst an die Gans zu kommen, aber, nuja, ich bin keine 50 mehr. Die Gans entzog sich mir dezent. 2. Versuch Tierrettung-Malente im Internet suchen. Es erschien eine Seite, auf der ich mein Tierheim eintragen kann, aber keine Kontaktdaten zu Tierheim, geschweige denn Tierrettung. Ich habe dann die Polizei angerufen um zu erfragen an wen ich mich wegen der verhedderten Gans wenden müsse. Der Beamte stellte sich erstmal doof: „Wo sind sie?“ „Dieksee Promenade.“ „Wo ist das?“ „In Malente, Am Dieksee.“ „Welche Hausnummer?“ „Gibt es hier nicht. Unterhalb der Plöner Str.“ „Was für ein Tier?“ „KA_NA_DA_GANS!“ Er schickt jemanden vorbei, weiß aber nicht, wen.
Während der Wartezeit passte ich mit einer anderen Frau auf die Gans auf. Schließlich kam die Feuerwehr mit Löschzug 🤦🏽♀️. Die waren zunächst mal an meinen Kontaktdaten interessiert, falls ich den Einsatz bezahlen muss. „So ein Feuerwehr-Einsatz ist teuer!“
Ich frage, ob sie denn nen Kescher dabei haben. Nee, haben sie nicht und anscheinend auch wenig Lust ins Wasser zu steigen. Ich sage noch, dass ich versucht habe sie selbst zu fangen. Er: Hätten Sie das gekonnt? Ich: vor 20 Jahren ja. Mittlerweile hat sich die verhedderte Gans klammheimlich verdrückt. Jetzt bin ich gespannt auf die Rechnung und ziemlich platt. Die nette Frau hat mir noch ihre Adresse gegeben. Beim Ausparken, hat der Löschzug einen Glasschaden verursacht. Geschieht ihnen irgendwie recht.
Bleibt die Frage: Wie kann jemand seinen Köder nach einer Gans werfen, und das Tier dann damit allein lassen?
