Ich lehne mich ja gern mal aus dem Fenster: Es gibt genug Wohnraum, nur eben nicht da, wo alle hinziehen, wie die Fliegen zur Scheiße. Wenn München, Berlin, Köln… dicht sind, dann zieht man eben nicht nach München, Berlin oder Köln. Es gibt genug Klein-und Mittelstädte wo genau Deine Arbeitskraft gesucht wird. Und dann kommt das Argument: Ja, aber das KULTURANGEBOT will man ja nutzen! Rückfrage: Wann warst Du zuletzt im Museum, im Kino, im Theater, in einem Konzert? Besuchst Du drei Jahre lang täglich ein anderes Restaurant? Das hätte ich in Köln tatsächlich machen können. Oder bleibst du doch eher in Deinem Kiez? Wer den Blog hier kennt, weiß, dass ich ein gutes Kulturangebot durchaus schätze, das ich aber nicht nur in der Großstadt finde.

Kommen wir also zum Kulturangebot auf dem platten Land, wo es nichts gibt. „Eutin zieht blank“ heißt die Ausstellung im Ostholstein Museum. Was Eutiner Bürger da zum Thema Akt aus ihren Privatsammlungen ausgepackt haben, ist durchaus hochkarätig und abwechslungsreich. Max Liebermann, Pablo Picasso, Horst Janssen… Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Skulpturen und nicht zu vergessen die kleine Vitrine voll kleiner chinesischer Miniaturen. Ich war begeistert.

Die Dauerausstellung im Obergeschoss des ehemaligen Marstalles widmet sich dem Thema „Eutin zur Goethezeit / Eutins Blütezeit um 1800“ und wird gerade neu gestaltet. Ich habe mir Musik von Carl Maria von Weber angehört, der in Eutin geboren wurde. „Der Freischütz“ Die Oper haben wir ein Halbjahr lang im städtischen Mädchengymnasium Thusneldastraße durchgenommen und sind nie fertig geworden.
Im Erdgeschoss sieht man zur Zeit die Fotoausstellung „Damals war alles… anders“. Eine große Auswahl an Fotografien und Postkarten aus den Beständen des Museums werden Fotografien des Fotografen Alexander Steenbeck aus den letzten zwei Jahren gegenübergestellt, um die Veränderung in der Stadt zu dokumentieren.
…Und was ist mit Kino? In Köln war ich meistens im Odeon, im Hamburg im Abaton und hier war ich schon zweimal im kuscheligen Astra-Filmtheater in Plön und damit im Jahresdurchschnitt öfter im Kino als in Köln.
Wenn mir das hier zu wenig Kultur ist, kann ich immer noch nach Lübeck, Lüneburg, Kiel, oder Hamburg.
