Lockdown 2, Tag 15


Wetter: eklig

Morgens: Früh aufgestanden und durch den Nieselregen nach Neubrück geradelt zum HNO. Ich höre nämlich schlecht. Nicht erst seit vorgestern. Und nach dem ersten Lockdown fing das wirklich an zu nerven. Vorher hat es auch genervt, aber jetzt wo alle Verkäufer mit Mundschutz hinter Plexiglas vor sich hin nuscheln… Lustig ist, dann nur, wenn beide nichts hören. „Ich hätte gerne einen Cheeseburger mit Fritten.“ „wiebitte?“ „CHEESE-BURGER, FRIT-TEN!“ „Ah Cheeseburger, was drauf auf die Fritten?“ „KET-CHUP! nicht so viel.“… Ertränkt die Fritten in Kectchup, „ümpfümffig bitte“ „wiebitte?“ „FÜNF-FÜNF-ZIG!“ Schwerhörigkeit scheint doch weiter verbreitet als man so denkt.
Im schallschluckenden Dojo den Meister nicht verstehen oder zwischen mehreren Leuten sitzend sich nicht auf einen konzentrieren können, ist dann schon eher lästig.

Bei mir liegt es irgendwie in der Familie: Opa väterlicherseits, Oma mütterlicherseits und meine Mutter waren schwerhörig.
Meine Mutter war zu eitel Hörgeräte zu tragen und hat statt dessen mich gezwungen zu schreien bis ich heiser war. Als sie dann endlich welche hatte, musste ich sie jeden Morgen zwingen, die Dinger einzusetzen. Besser gehört hat sie aber nicht. So weit will ich es lieber nicht kommen lassen.
Nun bin ich also offiziell schwerhörig und am 2. Dezember geht es weiter beim Akustiker.

Mittags: Irgendwas mit Gemüse und Hack reicht für zwei Tage. Mal mit Reis, mal mit Nudeln.

Kulturprogramm am Nachmittag:
Zwei Jahre lang habe ich für das rheinische Bildarchiv ein Farbarchiv aufgebaut, in der Zeit jeden Winkel der Museen, auch die Archive im Keller durchwandert und jede Ausstellung in Köln gesehen. Wir erleben gerade einen Niedergang der Kunst und Kultur wie es ihn wohl vor den Corona-Lockdowns selten gegeben hat.

7 Kommentare

  1. Ja den Nuschelwettkampf kenne ich auch. Ich habe sogar ein Hörgerät, nur für links besonders für die hohen Frequenzen. Wenn ich die Brille nicht auf habe merke ich das nach 2 Schritten, das Hörgerät hilft zwar deutlich, aber ich habe fast 50 Jahre ohne gelebt. Deshalb habe ich es jetzt monatelang nicht getragen. Beste Effekte habe ich (ohne Corona) in größeren Gruppen und vorm Fernseher. Ich denke beim Nuschelwettkampf könnte es auch helfen. Ich überlege mal ob ich wieder rauskrame

    • Was mich mal interessieren würde: Was passiert in lauter Umgebung? Linie 9 ab Ostheim trage ich Ohropax. Café Goldmund (seufz) ich höre alles, nur nicht die Bookcrosser.

      • Das hängt von der Qualität des HG ab. Einige filtern sehr gut, andere machen einfach nur lauter. Meines ist so eingestellt dass es nur die Frequenzen verstärkt, die mir fehlen, Das Hängt natürlich auch an der Art des Hörschadens. Ist die Gesamte Schallweiterleitung gestört oder wie bei mir nur einzelne Frequenzen. Ich höre in sehr lauten Umgebungen immer noch …schlecht ist das falsche Wort….aber nicht gut. Aber in normalen Gesprächsumgebungen, auch in Kneipen, gut

        Ein Kollege war im Sommer beim HNO und da kam raus dass er auf einem Ohr nur noch ca 10% hat. Bei ihm war es ein Problem mit der Schallweiterleitung der Hörknöchelchen. Die wurden jetzt „ausgetauscht“ und er hat jetzt nahezu 100%.

        Also erstmal abwarten was beim HNO rauskommt, danach richten sich auch die Optionen bei der Versorgung.

      • Woran es liegt hat der gar nicht untersucht. Das linke Ohr ist schlechter, vor allem in den Höhen, aber beide sind nicht gut. Das das Linke schlechter ist, entspricht auch meinem allgemeinen Höreindruck, ich hätte aber gedacht, dass ich tiefe Frequenzen schlecht höre.

      • Also mein Hörgerät, ich brauch nur links eins, kann vom Hörgeräteakustiker so eingestellt werden dass die mir fehlenden oder zu schwachen Frequenzen verstärkt werden. Es gibt Hörgeräte die kann man über eine Handy App speziell einstellen für bestimmte Umgebung wie Konzert Gespräche Kneipe. Die sind natürlich recht teuer.

      • Ja, ich lasse mich mal beraten. Es gibt jetzt auch schon aufladbare. Es gibt auch welche für ganz im Ohr. Da hat die Aikido-HNO schon gesagt, dass die manchmal mit dem Kiefergelenk Probleme haben. Zu ihr konnte ich leider nicht, da unerreichbar mit ÖPNV.

      • Ja mein Vater hat InOhr geräte aber der hat auch ein fast vollständigen, altersbedingten, Hörverlust. Wenn man noch gutes Resthörvermögen hat, machen sie keinen Sinn, weil die ja den Weg für das versperren, was man noch gut hören würde

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