Lockdown 2, Tag 16


Wetter: Wird nicht richtig hell

Morgens:
Tatsächlich befinde ich mich wohl im Winterschlaf.
Abends früh ins Bett, morgens spät raus. Macht nix.
Die Bundesregierung stilisiert gerade faule Säcke zu
besonderen Helden um. Mit zweifelhaftem Erfolg.

Während dessen stellte ich fest, dass das Schmachtfon
für Makroaufnahmen einigermaßen taugt. Während die beiden Großen dabei schwächeln. Frau lernt nie aus.

Sport:
Laubhaufenschaufeln

Ich höre zwar schlecht, dafür kann ich um so besser riechen. Manchmal zu meinem Leidwesen.
Ich kann z.B. riechen, wenn ein mir fremder Mensch Krebs hat.
Ich mag schon den Geruch von Krankenhaus nicht. Vor allem dann nicht, wenn das Essen ausgefahren wird, dreht sich mir der Magen um. Selbst drin liegen macht mir gar nicht mal so viel. Den zertrümmerten Arm fand ich sogar ganz erholsam. (Ja, aus Gründen)
Ähnlich geht es mir seltsamerweise mit Friedhöfen. Beerdigungen erspare ich mir, wenn möglich. Irgendwie kann ich Friedhof olfaktorisch genau von Wald unterscheiden. Friedhof = Wald + Schnittblumen + Kränze + Kerzen in unterschiedlichen Stadien des Verfalls + vergammeltes Blumenwasser + ein Hauch von Verwesung.
Auf einer Radreise mit dem Ex- hatten wir abends irgendwo Unterkunft gefunden und ich meinte: „Hier ist ein Friedhof in der Nähe“ Er: „Du spinnst doch.“ Als wir dann noch mal rausgegangen sind, war gleich umme Ecke ein Friedhof, vom Balkon aus nicht zu sehen.
Dabei kann man auf dem Friedhof gut Pilze sammeln. Auf dem Waldfriedhof in Bönnigstedt jedenfalls gibt es feinste Maronen. Aber Waldfriedhof mit Urne ohne Gedöns riecht auch nicht nach Friedhof.
Kirche riecht für mich auch unangenehm. Ein Mix aus Weihrauch, Kerzenwachs, Schweiß und feuchten Klamotten. Immerhin gehe ich mittlerweile wieder in alte Kirchen (jetzt grad nicht), der Architektur wegen. Darf aber nicht zu viel Weihrauch in der Luft hängen.
Trotzdem würde ich ungern meinen Geruchssinn verlieren oder einschränken. Ich könnte mir mal die schief stehende Nasenscheidewand richten lassen, verzichte aber gerade deswegen darauf.

Mittags: Lasagne

Nachmittags: Das Ordnungsamt steht vor der Tür. Ob in dem Massagesalon drei Häuser weiter Prostitution betrieben wird? – Ääääh.
Immer noch nicht hell. Kompost raus, Vogeltränken nachfüllen, wieder in den Keller, empörtes piepsen von hinten. Jaja, Futter kommt. Die haben mich echt gut im Griff.

2 Kommentare

    • Ihr seid ja zu zweit. Bei mir reicht Hacksoße für zwei Tage, dann gibt es am 2. Tag Lasagne. Am ersten habe ich dazu keine Geduld, am zweiten muss ich nur noch die Platten einbauen, ein bisschen Sahne oder Frischkäse und den Käse. Ich mache aber auch schon mal Spinatlasagne, ohne Fleisch.

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