Lockdown 2, Tag 62 & 63


Bei Lockdown 1 bin ich noch die Wände hoch gegangen, bei Lockdown 2 hänge ich nur noch rum und nenne es Winterschlaf.
Ich nehme eher ab als zu, das ist aber auch kein gutes Zeichen, weil es vermutlich vor allem Beinmuskulatur ist, die da abbaut. 
Ich bin mittlerweile irgendwie aus der Zeit gefallen. Ist Freitag oder Dienstag? Ist es zwölf Uhr Mittags oder nachts? Achnee, Samstag. Dann fege ich mal. Während ich fege, fängt es an zu regnen und wird sofort glatt. Als disponiere ich um von fegen auf streuen. Kaum bin ich fertig mit streuen, ist der Bodenfrost auch schon weg. Die Nebenkostenabrechnungen für die Mieter sind fast fertig. Aber wo ist die Dachrinnenreinigung? Gab das keine dieses Jahr? Da muss ich mal nachfragen. Ach nee, ist ja Sonntag.
Ich plane Radtouren und Reisen mit Komoot, die ich im Sommer fahren will. Von hier nach Norddeutschland, wo noch immer die meisten Freunde Leben, die ich über ein Jahr, manche noch länger nicht gesehen habe. Und die lange Tour, die ich 2018 gefahren bin, kann ich noch überarbeiten und die wirklich fiesen Stellen weglassen. Mit so was kann ich mich ewig lange beschäftigen, auch nachts um 3.00 Mittags.
Tatsächlich habe ich dann Köln-Seesen und zurück noch mal neu geplant. Rein interessehalber. Damals hatte ich Komoot neu entdeckt und war noch unerfahren mit dem Tool. Deswegen habe ich planen lassen. Mit dem Radtourenplaner NRW Einstellung Hinweg: Themenrouten, Steigungen vermeiden Rückweg: Knotensystem, Steigungen vermeiden. Und das bin ich dann nach ein paar kleinen Änderungen abgefahren, über die Ländergrenzen hinweg und hatte dann doch ein paar fiese Tücken mit eingebaut.
Was zum Beispiel haben sich die planenden Sesselpupser von Radnetz NRW z.B. dabei gedacht, zwischen Lennep und Schwerte diese Höllensteigung einzubauen?

Die kürzeste Verbindung ist nicht immer die beste.
Auf einer normalen Tourenkarte hätte ich das kommen sehen.

Hagen hat mir nicht gefallen, will ich vermeiden, die lange Durststrecke übern Berg auch…

Was sofort auffällt: Ich brauche sehr viel weniger Wegpunkte als damals. Damals war zum Beispiel die Balkanroute, die ich unbedingt ausprobieren wollte, auf dem Open Cycle Maps Layer auf, aber weder Radnetz NRW noch Komoot hatten ein Handling, um diese Strecke auch bequem in die Route einzubauen. So habe ich in dem „Schnittmuster“ erstmal ewig gebraucht, den Einstieg zu finden und dann musste ich auch noch ständig korrigieren, damit die Tour nicht in die eine oder andere Richtung abhaute. Heute reicht ein Klick um die ganze Strecke zwischen Opladen und Lennep zu markieren, denn irgend ein netter Mensch hat sie als Streckenhighlight markiert.
Das Gleiche gilt für andere Bahntrassen und Flussabschnitte. Überhaupt scheint es mehr Bahntrassen-Radwege zu geben als damals, oder ich habe einen Blick dafür entwickelt die unnatürlich geraden oder leicht geschwungenen Trassen in dem Streckengewirr zu erkennen. Manchmal passt sich Komoot sogar schon über weitere Strecken daran an. Allerdings nur an die viel befahrenen. Und so käme ich denn auch bequem um Hagen herum, falls ich die Tour noch einmal fahren würde. Lust hätte ich schon wieder.

6 Kommentare

  1. Ich denke auch gern zurück an meine Tour nach Kassel, die mich über sowohl über schöne Orte (Bad Lippspringe) als auch in Gefängnisnähe (Bielefelder Senne) und mitten ins Gestrüpp führte. Unabdingbar ist aber, dass man unterwegs Cafes, Eisdielen etc hat. Im Sommer wird’s bestimmt wieder gehen!

    • Bei einer 700km Tour braucht es auch Übernachtungsmöglichkeiten. Ich kann mich an so Stellen erinnern, wo es einfach nix gab. Café oder Döner, aber kein richtiges Restaurant und kein Bett. In Horn-Bad Meinberg, wo ich eigentlich mit einer Touristengegend gerechnet hatte, bin ich ewig gekreist und es gab nix. Dann bin ich im Dröppelregen weiter gefahren und landete in einem wunderschönen, abgelegenen Gutshof (mit Badewanne).

      • Das mit der Badewanne hört sich sehr gut an. Wo eine Badewanne ist, ist auch ein anständiges Frühstück. Gefällt mir deutlich besser als die von einigen Menschen gewählte Option, das Zelt auf dem Fahrrad mitzuschleppen.

      • So ein Zelt hat auch was. Gerade, wenn Du eine Gegend durchkreuzt, wo sonst nix ist. Und es gibt auch wirklich schöne Zeltplätze, an denen sich nicht so viele Dauercamper rumtreiben. Aber zum Zelt gehört noch eine Isomatte und Schlafsack eventuell ein Kocher um morgens einen Kaffee zu brühen und schon wird es voll auf dem Rad. Aber ich hatte das schon, dass ich eigentlich keine Lust mehr hatte zu fahren, Hotels waren alle dicht, aber einen Campingplatz hätte es gegeben. Ich habe vor dem ersten Lockdown aus lauter Bockigkeit ein kleines Zelt gekauft, weil ich nicht wusste, ob es nachher noch so was wie Gasthäuser gibt. Das trifft aber ebenso auf legale Campingplätze zu.

      • Und ich schlafe aus unbestimmbaren Gründen am besten im Zelt. Ich habe das kleine Ding nur mal probehalber im Garten aufgebaut, bin reingekrochen und sogleich eingeschlafen. Dabei lag nicht einmal ne Isomatte drin.

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