Lockdown 2, Tag 94 – 95


Freitag: Hochnebel, leichter Nieselregen. Am Nachmittag war es trocken und eigentlich wollte ich mal zum Rhein, Hochwasser gucken, dachte dann aber dass der Rest von Köln das wohl auch macht und habe es mir verkniffen. Statt dessen habe ich mich der Brombeerenbekämpfung gewidmet.
Die ist auch dringend nötig. Brombeerranken, wohin das Auge blickt. Jetzt sieht man sie aber auch gut, weil sie ihre Blätter behalten. Wo es geht, versuche ich sie auszugraben, aber an manchen Stellen ist das nicht möglich.
Samstag: Der Wettertrend geht wieder in Richtung beschissen. Anstatt also den Brombeeren den angekündigten Garaus zu machen, Mache ich erstmal Rotkohlauflauf und dann weiter mit dem Zimmerreise Wunschkonzert: B-Basalt
Basalt ist erstarrte Lava.
Ausnahmen gibt es immer: Der Ol Doinyo Lengai in Tansania spuckt weiße Lava aus Natriumcarbonat.
Aber die meisten Vulkane spucken basaltische Lava. Basalte können unterschiedliche chemische Zusammensetzungen haben, enthalten aber immer wenig SiO2. Je nach Zusammensetzung und Verwitterung kann Basalt schwarz, aber auch grau, bräunlich oder rötlich aussehen.
Bleibt dem Vulkan die Lava im Schlot stecken und erodiert er dann, ergeben sich säulenartige Strukturen. Säulenbasalt kann man zum Beispiel in Island betrachten.
Die kleinen Bröckchen hier stammen alle von den Kanaren.

A-A mit Flechte

Das älteste Stückchen habe ich aus Lanzarote mitgebracht. Je nach Art der erstarrten Lava unterscheiden die Geologen A-A und Pahoehoe- Lava. Beides sind Hawaiianische Ausdrücke. Dabei ich A-A- Das Geräusch, das Menschen machen, wenn sie versuchen mit nackten Füßen darauf zu treten. Warum sieht man hier: Hundert scharfe Kanten. Über Pahoehoe dagegen kann man ganz gemütlich spazieren gehen. Darüber ob A-A oder Pahoehoe entscheidet unter anderem der Gasgehalt, die Fließgeschwindigkeit und die Temperatur.
Die Flechte ist natürlich hinüber. Heutzutage würde ich so was auch nicht mehr einstecken.

Der Handschmeichler

Das Gegenteil des vorherigen ist der Handschmeichler. Ihn habe ich am Strand von Gomera aufgelesen und tatsächlich jahrelang in der Jacken- oder Hosentasche getragen. Nicht nur vom Meer ist er glattpoliert, sondern auch von meinen Taschen und meinen Händen.

Das Mahnmal

Das meinte ich schon mal gezeigt zu haben, finde aber den Beitrag nicht mehr. Überhaupt scheinen älteren Beiträge und Fotos zu fehlen. Fundort des Brockens war El Hierro aufgegriffen am Ende einer Wanderreise.

Ich wollte ihn eigentlich als Kerzenständer nutzen, und hatte auch eine Kerze in das Loch in der Mitte gesteckt. Das stand dann in Hamburg auf meinem Tisch und ich ging zur Arbeit.
Am Abend hing die Kerze schlaff herunter. In der Hamburger Wohnung hatte ich ja ein großes Fenster und durch die Sonnenstrahlung hatte sich der Brocken erwärmt und die Kerze war erschlafft.

So ähnlich war der Plan.

Zu der Stricklava gibt es keine besondere Geschichte. Ich bin nicht mal sicher, ob die auch von El Hierro ist, von La Palma oder von La Réunion. Einfach nur ein Beispiel dafür, wie unterschiedliche Formen basaltische Lava annehmen kann. Und wie gemein er zu fotografieren ist.

Die Idee zu den Zimmerreisen kam von Puzzleblume

5 Kommentare

  1. Super Idee deine Mineralien- und Gesteinsweltreise in der Wohnung.
    Aber dass du noch Brombeeren ausgraben kannst … Hier oben herrscht Dauerfrost, und der Boden ist bockelhart gefroren. Die Eider auch. Und die Treene und Grachten in F’stadt sowieso… 😦

    • Hier ist es nur nass. Seit Wochen. Rhein hat Hochwasser. Und jetzt hängen wir hier genau zwischen Eurem Frost und dem Süddeutschen Wärmeeinbruch mit so genanntem „signifikantem Wetter“

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