Von Jülich nach Aachen über Bahntrassen


Ich übernachtete also wieder im plüschigen Stadthotel. Das Eco-Zimmer reichte für meine Größe gut aus und dieses mal lernte ich auch den Frühstücksraum kennen.
Für die Weiterfahrt hatte ich mir eine neue Route zusammengestellt, fast nur auf Bahntrassen und war gespannt.

Raus aus Jülich

Los geht’s zunächst auf einem Damm neben der Rur raus aus Jülich. An einer schönen alten Eisenbahnbrücke über die Rur fahre ich auf den Bahndamm.

Zum Glück steht gleich daneben eine neue für Rad-und Fußgängerbrücke.
Aus meiner aktiven Zeit beim ADFC in Hamburg, weiß ich, dass es Menschen gibt, die Bahntrassenradwege langweilig finden. Sie meinten damals, es ginge ja nur immer geradeaus und es gäbe überhaupt nichts zu sehen. Ob die immer noch so denken?
Ich jedenfalls finde Bahntrassen entspannend. Keine Autos, kein Lärm, maximal 2,5% Steigung und zu sehen gibt es zu Rastplätzen umgestaltete Haltestellen, meist interessante Vegetation rechts und links und je nach Verlauf schöne Aussichten.

Alte Eichen an Bahntrasse. Wer kann das langweilig finden?

Bis zum Broichbachtal radele ich wirklich mit dieser penetrant leichten Steigung weitgehend autofrei nicht ganz geradeaus.

Bisschen sumpfig die Gegend.

Hier im Wald mache ich eine kurze Pause und wundere mich dann, dass ich schon kurz danach in Würselen einfahre, genau auf ein italienisches Restaurant zu. Pizza, Fahrradständer, öffentlicher Bücherschrank, perfekt!
Kaum sitze ich im Restaurant, fängt es draußen an zu schütten wie aus Eimern. Als ich fertig bin mit essen, hat es schon wieder aufgehört.
Bei der Einfahrt nach Aachen kommt dann das andere Geradeaus. Geradeaus, eine verführerische Fahrradbrücke, Komoot sagt geradeaus, ein Wegweiser weist geradeaus zum Bahnhof, ich gucke ausnahmsweise nicht auf die Karte und lande im Industriegebiet mit Baustelle. Hier wird die Trasse wohl noch vervollständigt. Gemeint war das andere Geradeaus: links neben der Brücke runter und dann an der Wurm lang. Minimal weiter, aber grüner und ruhiger.
Trotzdem ist das letzte Stück durch Aachen, wie immer nervenzerfetzend.
Ich checke ein im Stadtnah/Hotel am Bahnhof. Nettes Zimmer mit gewohnt dröppeliger Dusche, das nächste Mal an einen Waschlappen denken.

https://www.komoot.de/tour/468713361

Weil es noch so früh ist, entschließe ich mich zum Suermondt-Ludwig-Museum zu gehen.
Auf dem Weg dorthin, im Suermondt Park gibt es schöne Bürgergärten.

Bürgergarten im Suermondt Park

Den Nachmittag verbringe ich mit Dürer. Für Samstagvormittag ist schon alles ausgebucht.
Mir war nicht bewusst, dass Albrecht Dürer zu seiner Zeit fast wie ein Heiliger verehrt wurde.
Leider sind viele seiner Original-Zeichnungen für mich kaum zu erkennen. (Nächstes Mal Lupe mitbringen) Um so erstaunlicher, wie es andere Künstler geschafft haben, daraus recht große Gemälde zu schaffen.

Samstag: Coronabedingt gibt es kein Frühstück im Hotel. Schade, 2019 war es recht gut. Beim Bäcker laufe ich schon einem Bookcrosser-Paar in die Arme. Draußen gießt es wie aus Eimern. Unsere Organisatorin hatte ein Einsehen und umgeplant: Picknick und Biergarten finden im Saale statt. Eine weise Entscheidung! War wieder schön. Viele bekannte Gesichter und ein Newbie.
Sonntag: Es gießt immer noch. Mit dem Rad auf die Bahn und ab nach Köln.