Gruß vom Uropa


Manches lässt sich nicht erklären, zum Beispiel: Wohin verschwinden einzelne Socken, Hausschlüssel und Brillen? Warum tauchen sie an den unmöglichsten Stellen wieder auf und wo waren sie in der Zwischenzeit?

Hier ist nach dem Hausverkauf etwas aufgetaucht, das ich mir nicht erklären kann.
Ich fasse mal zusammen: Das kleine Haus wurde von meinem Uropa erbaut, dann von meinen Großeltern, dann von meinen Eltern und mir bewohnt, nach dem Tod meiner Mutter habe ich es räumen lassen. Es war also einigermaßen leer. Dann habe ich es vermietet, es bekam neue Fenster im OG, dann wollte ich es neu vermieten, dann wollte ich es verkaufen… Ich war also mit diversen Mietinteressenten, Fensterbauern, Flughafeninspekteuren und dem Makler mehrfach in diesem Haus. Ich war auch dabei, als der Makler am neuen Flurfenster im OG ein Schild angebracht hat.
Jedenfalls als der Verkauf in trockenen Tüchern war, sagte mir der Makler, ich könne nun das Schild entfernen. Ich ging also hoch, und sah vor dem neuen Fenster eine Papprolle liegen. Komisch, dachte ich, die lag doch vorher nicht dort. Als ich sie wegnehmen wollte, merkte ich, dass es keine Papprolle, sondern eine uralte Papierrolle war.
Auseinander gerollt zeigte sich das:
P1020549
Johann Theodor Dahl war mein Urgroßvater. Also der, der das Haus gebaut hat.
Ich habe nicht die Spur einer Ahnung wie die Urkunde dort hingekommen ist und wo sie zwischen 1959 und 2018 war.
Fotografieren ließ sie sich nicht, weil sie immer wieder zusammenrollte.
Nun, nachdem ich endlich einen passenden Rahmen gefunden habe, wurde sie gerahmt und aufgehängt. Ich muss sie aber noch einmal anders* rahmen, weil das Passepartout zu klein ist. Der Sinnspruch am oberen Rand ist verdeckt.
P1020551

*Rahmen, aufziehen und aufhängen von Bildern gehört nicht zu meinen Talenten. Deswegen dauert es meistens ewig, bis ich ein Bild ordentlich gerahmt an der Wand hängen habe. Deswegen musste ich auch immer ein paar Extra-Abzüge machen, weil meistens beim Aufziehen irgendetwas schief ging. Und deswegen mache ich auch keine Fotoausstellung.

13 Kommentare

  1. Mysteriös! So wie das Verschwinden von Teelöffeln (um Deine Liste zu erweitern). Bei uns lag gestern Abend unser (!) Müll an der Straße und einer will’s gewesen sein…

  2. Wow, das ist ja wirklich ein ganz besonderer Fund aus der Vergangenheit. Ich sitze hier grade mit Gänsehaut und kann mir gut vorstellen, wie überrascht du gewesen sein musst.

  3. Eine schöne Urkunde! Aber was ist oder war der Quartett-Verein? Musiker, Kartenspieler?
    Übrigens könnte eine ähnliche Geschichte, von mir erlebt, lauten: Gruß vom Drogendealer.
    Als ich in HH anfing zu arbeiten, wohnte ich anfangs in einer winzigen Hütte in HH-Rahlstedt. Die hatte ich mir nach und nach auf- und umgebaut udn dementsprechend auch auf den Kopf gestellt. Eines Tages kam ich heim und entdeckte neben dem Eingang eine Papierrolle. Die entpuppte sich beim Auseinanderrollen als ein Bündel, z. T. stark zersetzter Geldscheine. Die brachte ich zur Landeszentralbank, wo man sie mir anstandslos umtauschte: es waren insgesamt 750 DM. Wahrscheinlich klemmten sie unter der Dachrinne, und weil mein Vermieter, ein ehemaliger Prof. der Uni Stuttgart, sie garantiert nicht dort versteckt hatte, kann ich mir nur vorstellen, dass die Hütte, so lange wie sie leer stand, ein Versteck für Drogengeld war.

  4. Toll! Vielleicht hat sie der Fensterbauer gefunden und nur vergessen, was zu sagen!?
    Mich würde noch der Sinnspruch interessieren – und mysteriös ist für mich auch, wieso Du erst seit 1959 nicht weißt, wo die Urkunde gewesen ist. Dort steht doch „im Juli 1924“
    Bei uns sind beim renovieren der Dachgauben und unter Lagen alter Tapeten ein paar nette Dinge gefunden worden, die als Dämmaterial gedient hatten – alzte Zeitungen und Poststempel auf Überwesungen (oder so) – hier war ja mal ein Butterversand….

    • Nein, kann nicht sein, denn als die Fensterbauer dort waren, wohnte ja schon der komische Mieter darin, bzw. das ganze Haus war eine Baustelle.
      Auch als der Makler das Schild aufgehängt hat, stand ich daneben, da lag nix.
      Kann höchstens sein, dass die jetzigen Eigentümer beim „Probeschlafen“ darauf gestoßen sind. Dann hätten sie allerdings an Stellen geschaut, bei denen noch nie jemand geschaut hat. Danach war ich aber noch einmal mit denen und ihrem Guru auf der suche nach bösen Strahlen im Haus.
      Vor 1959 kann ich überhaupt nix wissen, so alt bin ich nu auch wieder nicht.

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