Der Tiger


Auf der Tigerinsel lebte einst ein Paar, das konnte keine Kinder bekommen. Eines Tages kam ein Floß angetrieben, auf dem saß ein kleiner Hundewelpe, dachten sie. Sie zogen das Tierchen auf und daraus wurde ein prächtiger, großer Tiger. So lebte das Paar mit dem Tiger auf der Insel, bis die alten Leute starben.

Als mehr Menschen die Insel besiedelten, zog sich der Tiger in den Wald zurück. Aber jedes Jahr an den Todestagen seiner Zieheltern legte er den Menschen ein frisch gerissenes Tier an eine bestimmte Stelle der Insel. Nach dem Tod des Tigers bauten ihm die Bewohner aus Dankbarkeit an dieser Stelle einen Tempel.

Diese Geschichte hören wir am nächsten Morgen bei einer weiteren Radtour über die Tigerinsel.

Die Menschen bauen möglichst nah an der Straße oder am Wasser, um ihren Geschäften nachzugehen, die Felder liegen meistens hinter der Bebauung und sind von der Straße nur schwer zu erkennen

Doi Moi: Wie überall auf der Welt hat der Sozialismus mit der Zentralverwaltungswirtschaft nicht so funktioniert, wie seine Erfinder sich das vorgestellt hatten. Die Menschen mussten den größten Teil ihrer Ernte an den Staat abgeben. Das machte sie einerseits nachlässig, andererseits hungerten sie. Um eine Hungerkatastrophe zu verhindern, entschied sich das Zentralkomittee Mitte der 80er Jahre eine „sozialistische Marktwirtschaft“ einzuführen, die den Menschen erlaubt, eigenverantwortlich zu entscheiden, was sie anbauen oder herstellen. Seitdem geht es den Menschen besser und ein enormes Wirtschaftswachstum war die Folge.

Neben dem Tigertempel werden Lauchzwiebeln angebaut

Wir verlassen den Homestay mit seinem schönen Orchideengarten und fahren zurück zur Fähre.

Die Tigerinsel