Hände weg von Filz und Walzen


Im Lockdown hatte ich alle möglichen Touren geplant, die ich dann erstmal nicht fahren konnte. Für die Jahreszeit bin ich deswegen entsetzlich untrainiert. Nun musste ich das Zusammenspiel des neuen Schmachtfon mit dem Komoot und dem Fahrrad unbedingt ausprobieren. Ich habe mir die Papiermühle alte Dombach zum ziel gesetzt.
Die Überraschung des Tages gab es gleich am Anfang, als ich auf dem bekannten Schotterweg Richtung Königsforst fuhr:

Neuntöter

Dieses kleine Kerlchen ist ein junger Neuntöter. Bestimmen war nicht so ganz einfach, denn in vielen Hochglanz-Bestimmungsbüchern und Webseiten sind nur die Männchen im Prachtkleid abgebildet. Jungvögel und Weibchen gehen da schnell mal als „Spatz“ durch. Die Schnabelform hat ihn letztendlich verraten.

Mit der Tourplanung war ich dann erstmal nicht so glücklich: Es gibt eine neue Einstellung: Gravelbike/Fahrrad mit Schotter eigentlich ideal für mich, allerdings mangelt es wohl noch an Datenmasse. So war es irgendetwas zwischen Fahrrad und Mountainbike, aber erstmal ziemlich viel Straße und dann bei der Grube Cox Mountainbike. Die ist wirklich nur mit dem Mountainbike befahrbar und ob man da mit dem Mountainbike durch das Naturschutzgebiet fahren sollte… ich empfehle, das Rad oben am Eingang stehen zu lassen und dann zu Fuß durch zu gehen.

An zwei Stellen ging es nicht durch, wo ich hätte durchfahren sollen: Abgesperrtes Privatgelände.
Eicherhof und Schloss Lerbach.
Dann kommt feines Fachwerk und ein alter Kirchhof im alten Ortskern von Sand.

Bei näherer Betrachtung bietet das Große Fachwerkhaus eine besondere Überraschung.

Da hat sich jemand die Mühe gemacht, mit einem Fachwerkhaus umzuziehen. Passt aber hervorragend ins Bild, oder?

Von Sand geht es schließlich steil bergab ins Tal der Strunde, wo das Papiermuseum alte Dombach auf mich wartet.


Pflanzenlehrpfad

Ironie des Schicksals: Die Klopapier-Ausstellung wurde schon vor der Corona-Klopapier-Krise geplant und konnte dann erstmal nicht gezeigt werden. Der Museumsbetrieb ist noch immer eingeschränkt. So finden zur Zeit keine Führungen statt. Der Eintritt ist ermäßigt und für mich: „Überraschung!“, ist er kostenlos.

Das Papiermuseum setzt sich aus verschiedenen historischen Gebäuden der ehemaligen Papiermühlen zusammen. Es gibt auch ein Café und einen Kinderspielplatz.

Die Hauptausstellung befindet sich im Hauptgebäude.

In dem letzten Gebäude, der „neuen Dombach“ gibt es eine ganze Papierstraße zu bewundern.

Nachdem ich vor kurzem schon das sehr moderne Papiermuseum in Düren besucht habe, muss ich sagen: Beide Museen sind unbedingt sehenswert. Bei diesem ist aber die Aufenthaltsqualität höher. Die Betonung liegt eindeutig auf der historischen Papierfabrikation es gibt viel zu sehen. Wahrscheinlich lohnt auch noch ein Zweit- und Drittbesuch. Oder man kann auch mal nur das Café und den Spielplatz besuchen.
Nun mache ich mich auf den Weg zur Strundequelle. Die Strunde hatte ich ja jedes Mal in Bergisch-Gladbach verloren. Kein Wunder, durch Bergisch Gladbach läuft sie als unterirdischer Kanal. Aber hier ist sie wieder.

Die Quelle liegt im Ortsteil Herrenstrunden in der Nähe der Kirche St. Johann Baptist.

Der Quelltopf (ja, da hängt ein Buch im Baum)

Ich habe dann noch eine ganze Weile versucht, die aus dem Quelltopf aufsteigenden Kohlendioxyd-Blasen zu fotografieren, während ein Typ mit Handy versuchte mir zu erzählen, was ich für Fotos ich mit der Kamera machen soll.

Pünktlich an der Strundequelle war der Handy-Akku leer. Zurück ging es also auf einigermaßen bekannten Wegen über Bergisch-Gladbach.

https://www.komoot.de/tour/229181690

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