Lockdown 2, Tag 6


Wetter: klar, wärmer.

Ansonsten war es ebenso ereignislos wie der Vortag. Also schreibe ich mal was über Fahrräder.

Postbotin, Hamburg

Wer meinen Blog bisher verfolgt hat, konnte dem letzten Reisebericht zwischen den Zeilen entnehmen, dass ich dieses Jahr ein wenig mit dem Fahrrad auf Kriegsfuß gestanden habe. 2018 der Trip nach Seesen brachte mich obwohl viel schwieriger zu fahren mit mehr Kilometern am Tag, nur an einem Tag an meine Grenzen. Ich denke also über ein neues Fahrrad nach.

Im Sauerland auf dem Rückweg von Seesen 2018

Das blaue Delite fahre ich jetzt auch schon seit zwanzig Jahren. Dabei habe ich es im Ersten Jahr unserer Bekanntschaft als überzüchtetes Pannensuchgerät beschimpft.

Sein Vorgänger war ein rotes Kettler Safari, mit dem ich auch ein paar 1000 km abgeritten habe.

Das rote im Vordergrund, ganz schlecht getroffen, bei der Schlammfahrt auf dem Ochsenweg

Das kam so: Seit meiner Kindheit habe ich Knieprobleme. Erst hieß es, och Kind, dat is vom Wachsen. Als ich nicht mehr gewachsen bin, wurde ich mit Diclac (Rattengift!) vollgestopft und musste immer wieder Blut abgeben für ergebnislose Rheumatests. Irgendein Orthopäde hat mir dann empfohlen, Fahrrad zu fahren, um das Knie zu schmieren.
Mein damaliger Freund und ich kauften uns also Fahrräder ebenfalls Kettler Safari – nur damals war meines ein grünes – und fuhren immer mehr Touren. In den Semesterferien dann folgte die erste Radreise durchs Elsaß, dann den Doubs entlang bis kurz hinter Besançon, wo uns die Räder geklaut wurden.
Danach also das rote.
Durch irgendeinen Zufall – was wusste ich damals schon von Rahmenhöhen? – passte es perfekt.
80 km am Tag waren damit kein Problem. Weitere Radreisen folgten und nach der Trennung von R. fuhr ich erstmals allein von Köln nach Hamburg, um den Biotom zu besuchen.
Dann von Karlsruhe durch den Schwarzwald nach Regensburg, von Hamburg an die Müritz, Ostseeküstenradweg, Elberadweg,
Während meiner Zeit in Hamburg war ich dann ziemlich aktiv im ADFC. Für die denkwürdige Fahrt im Dauerregen viert Tage auf dem Ochsenweg war das Rad mit den breiten Reifen noch richtig gut. Fuhr man aber damals Richtung Osten, sah man sich nicht nur mit Sandpisten konfrontiert, sondern auch mit Katzenkopfpflaster und zerböckelten Plattenwegen.
So kam ich auf die Idee: Ich brauche eine Federung.

Das Fully, Riese und Müller Delite

Die Federung hat es tatsächlich gebracht auf den Mecklenburgischen Hubbelpisten. Gleichzeitig zieht sie aber auch Kraft aus den Beinen. Außerdem bringt die Federung auch einiges mehr Gewicht. Das macht sich bemerkbar bei Steigungen und kostet ca. 20 km an der Tagesstrecke. Bei den Strecken, die ich jetzt fahre, brauche ich die Vollfederung nicht mehr.
Der Rahmen passt nur fast. Eigentlich ist es ein Bisschen zu hoch und zu kurz. Und mit zunehmendem Alter hätte ich auch gerne wieder einen Mixte-Ramen, wie ihn das Kettler hatte.
Nicht verzichten möchte ich auf die breiten Reifen. Die Leisten im Wald und auf der Heide gute Dienste.

Ich suche also ein neues. Eins mit dem ich nicht nur Brötchen hole, sondern auch hier quer durch den Wald und in Urlaub fahre. Es sollte also stabil genug für Gepäcktouren sein.

Für ein E-Bike bin ich aber noch nicht reif.