Lockdown 2, Tag 66


Mittlerweile geht es mir wieder ein Bisschen besser.
Was mich aber doch verwundert: Nicht nur hier, sondern auch anderswo meinen Leute, mir erklären zu müssen, dass Covid eine gefährliche Krankheit ist, und das wir das nun mal alle so machen müssen um die Menschheit zu retten.
Leute, ich weiß das alles! Ich bin weder blöd noch Corona-Leugnerin.
Mir geht es gerade beschissen, gerade weil ich bisher alles brav mitgemacht habe. Lockdown 1 und zwei insgesamt über vier Monate. Und weil ich im Winter sowieso zur Depri neige.
Ich weiß aber auch, dass der Lockdown nicht nötig wäre, wenn es nicht andere gäbe, die schon mit Abstand, Hygiene, Atemmasken überfordert sind. Gerade wieder im Supermarkt rückte mir die Hauptrisikogrupe, für die wir das alles veranstalten wieder ohne Mundschutz auf die Pelle.
Ich weiß aber auch, dass die Schulen und Kitas offen bleiben müssen, weil schon im ersten Lockdown die häusliche Gewalt stark zugenommen hat.
Ich weiß aber auch, dass so ein Lockdown nicht funktionieren kann, wenn einerseits Kulturschaffende ganzjährig mit Berufsverbot belegt werden, andererseits aber die Kirchen wieder mal eine Extrawurst gebraten bekommen, und geöffnet bleiben dürfen und Anti-Hygiene-Demos genehmigt werden.
Ich weiß aber auch, dass so ein Lockdown nicht funktionieren kann, wenn sich Leute auf der Arbeit, in der Schule, in der Kirche, im Supermarkt gegenseitig anstecken und das dann nach Hause oder zu Oma ins Heim tragen.
Und trotzdem spiele ich das Spielchen brav mit, obwohl es völlig ausreichen würde, wenn alle, aber auch wirklich alle 1,5m Abstand hielten, ihre Maske über Mund und Nase zögen und sich regelmäßig die Hände wüschen.
Währenddessen in Luxemburg: Die Regeln werden gelockert, weil Selbstmorde und psychische Probleme aufgrund des Lockdowns massiv zugenommen haben. Operation gelungen, Patient tot.

Die neue Challenge: Tourenplanung in 15 km Umkreis, falls es dazu kommt

PS: Unklar ist, wie Leute, die mit 1,50m schon überfordert sind, die 15 km abschätzen sollen.

5 Kommentare

  1. Liebe Bibo, ich verstehe dich soooooo gut. Gerade WEIL wir uns an alle Regeln halten und immer noch überlegen, wie wir uns etwas mehr einschränken können, damit wir bald wieder unsere Freiheiten genießen können, platzen wir vor Wut und Frust über all diejenigen, die die einfachsten Regeln schamlos missachten und immer nur versuchen, so viel wie möglich für sich persönlich herauszuholen.
    Weil Leute, denen es gut geht und die Familie haben, trotzdem noch mit Freunden Party machen wollen, müssen Alleinstehende vereinsamen. Das ist unsozial – um nicht zu sagen asozial. Aber ein guter Einblick in unsere Gesellschaft.

  2. Naja, Winter- und Coronablues zusammen – da quietscht am Ende nur noch die Mundharmonika! 😉
    Anti-Hygiene-Demonstranten sollen ruhig demonstrieren – solange sie sich an die „AHA“-Regeln halten und Mund-Nasenschutz tragen, ist alles ok! Aber dann würde ihnen vll. der Widersinn ihres Tuns auffallen.
    Und die Luxemburger müssen sowieso aufpassen, dass die Bevölkerung in dem ohnehin schon kleinen Land nicht zusammenbricht! Bei etwas über einer halben Mio. Menschen macht sich Übersterblichkeit schon schnell bemerkbar. Aber das war jetzt wirklich im Ironiemodus! 😉 😉

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