Lockdown 2, Tag 103 – 104


Sonntag: Mit der Sonne und der zunehmenden Tageslichtdauer kehre ich langsam ins Leben zurück. Allerdings zieht es im Schlaf-Arbeitsraum wie Hecht und ich kann die Ursache nicht finden. Alle Türen geschlossen, Isoliermatte vor dem Eingang, zieht immer noch. Die Schlafzimmertür öffnet sich selbständig, und ich bin schon völlig verspannt im Rücken.
Ich könnte jetzt nochmal nach Brück gehen, aber mir ist zu kalt. Also krose ich ergebnislos in der Bude rum.
Ich mache einen Auflauf, der theoretisch für zwei Tage hätte reichen sollen und futtere ihn im Laufe des Tages weg. Bei Kälte habe ich ständig Hunger. Bin ich damit eigentlich die Einzige? Früher hieß es dann oft genug, nein, Du musst jetzt nichts essen, wir haben doch gut gefrühstückt.
Apropos essen: Die neuen Ohren machen wohl schlank. Chips vorm Fernseher gewöhnt man sich ganz schnell ab.
Montag: Für heute war Eisregen angekündigt. Es regnet in Strömen, eiskalt ist es immer noch, zum Glück blieb aber wohl das Glatteis aus. Ich brauche einen Teppich, denn unter meinem Schreibtisch liegt der Eiskeller.
Puzzleblume hat neue Buchstaben für die Zimmerreisen ausgegeben: D und E
Zu D fällt mir nur der kleine Drache ein, den ihr schon kennt. E ist babyleicht.
Ich fange an mit

Eule1: 1992 machte ich meine erste Solo-Radreise. Der Biotom hatte eingeladen, ich hatte noch Resturlaub und entschied, statt mit dem Zug oder Auto mit dem Rad von Köln nach Hamburg zu fahren. Durchs Ruhrgebiet hatte ich dann doch keinen Bock. Heutzutage gibt es ja so was wie Fahrradinfrastruktur, damals eher nicht. Ich fuhr also mit dem Zug zu meiner Cousine nach Münster und dann Entlang einer Linie auf zwei Fahrradkarten nach Hamburg. Ich erlebte viele Abenteuer und kam einen Tag zu früh an.
Auf dem Rückweg, bei einer Übernachtung kurz vor dem Teutoburger Wald, lernte ich zwei Künstlerinnen kennen, Mutter und Tochter, und sie luden mich zu ihrer Ausstellung am nächsten Tag ein. Die Tochter machte Wachsbatiken, und die kleine Eule habe ich von dort mitgebracht. Seitdem hängt sie bei mir rum. Zur Zeit im Wohnzimmer.

6 Kommentare

  1. Das E scheint mit Wortangeboten geschmeidiger zu sein als das D, das kommt mir auch so vor. Was für eine niedliche Eule!
    Dass eine Reise per Fahrrad nicht einfach zu planen war, bzw. die Mitnahme von Fahrrädern in den Verkehrsmitteln früher ein Riesenaufstand war, erinnere ich mich auch noch.

    • Die ersten Radreisen haben wir noch mit Wanderkarten geplant. Wenn die Grenze zu Frankreich überquert war, wurde es schlagartig einfacher, denn die Michelin-Karten waren supergenau und auf den weißen Straßen kaum Autos unterwegs.
      Bei der Tour hatte ich immerhin schon ADFC-Tourenkarten, die aber nicht sehr genau waren. BZW. nur so genau, wie die Freiwilligen, die sich damals daran beteiligt haben. Dann gab es irgendwann Fernradwege und die entsprechenden Karten. Seit zwei Jahren fahre ich mit Komoot. Der ist aber auch immer nur so genau und aktuell wie Open Street map.
      Fahrradmitnahme im Zug ist aber seitdem nicht besser geworden. In ICE und IC geht es gar nicht mehr,In den regionalzügen ist es möglich, aber die Fahrradabteile sind viel zu klein. Dazu kommen Reisende, die sich im Fahrradabteil breit machen, obwohl nur wenige Meter weiter Sitzplätze vorhanden sind.

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