Lockdown 2, Tag 105


Es ist nicht mehr ganz so frostig!
Gestern standen noch die Dachdecker vor der Tür um die Dachrinnen zu reinigen. Und ich habe den Rosenmontagszug im Hänneschen Theater verfolgt.
Ich fange mal an mit der Zimmerreise, weil D ja nicht so häufig vorkommt.

Das Dings mit dem Dorn.

Das Dings mit dem Dorn wurde aus dem Haushalt meiner Oma in meine erste Wohnung importiert. Als Dünner Hering habe ich es ab und zu genutzt um zusätzliche Löcher in Gürtel zu bohren, obwohl dafür eine Lochzange geeigneter wäre. Es hat meine sämtlichen Umzüge mitgemacht, ohne ausgemustert zu werden. Mal in der Besteckschublade, mal im Nähkästchen, mal im Werkzeugkasten, in Kramschubladen und dann hat es eine steile Karriere in der Brauchbarkeitsskala hingelegt und sich einen festen Platz erworben in der Bookcrossing-Kiste. Es eignet sich nämlich hervorragend dazu Luftpolsterumschläge weiter zu verwenden, wenn die Löcher für die Klemmen zerfleddert sind. Das Dings kann nämlich kleine runde Löcher bohren. Seine ursprüngliche Bestimmung aber wurde mir erst neulich klar, als mal wieder ein Schraubdeckel nicht vom Glas zu lösen war.

Ja, damals, als nichts über Bärenmarke ging und die Kondensmilch zum Kaffe aus der Dose kam, da machten die Leute zwei kleine Löcher in die Dose und konnten dann entweder umfüllen ins Milchkännchen oder gleich mit elegantem Schwung aus der Dose in die Tasse. Das Dings ist ein (Milch-)Dosenöffner.

11 Kommentare

  1. Das Dings kenne ich aus der Schublade meiner Mutter, jahrzehntelang im Einsatz, Löcher in Kondensmilchdosen zu bohren – das ist der Daseinszweck, und natürlich all die Nebenaktionen, wo man sonstige Löcher in etwas pieksen will, beim Basteln oder sonstwo. Mit dem Hammer hinten draufzuhauen ist schliesslich auch möglich, bwvor man in Holz die Bohrmaschine ansetzt. Nur ein Mann würde darüber die Nase rümpfen, falls er weiss, dass es aus der Küche kommt.

  2. Das Ding befindet sich auch in meiner Schublade. Und auch ich hab es oft zum Deckelöffnen genutzt. Bis mir eine Freundin verriet, dass man auch mit der schmalen Kante des Deckels kräftig auf den Tisch hauen kann. Es gibt ein kurzes Zisch und der Deckel geht auf. Ganz ohne Loch… 😉

  3. Bei uns gabs zum Kondensmilchsodenöffnen ein anderes Dings. Praktischer, weil mit „Gegenhebel“ zum unterm Rand ansetzen, und weil es dreieckige Löcher machte, so daß das nachtropfen nachher verhindert wurde. Nicht so praktisch später, weil zu nix anderem als zum Kondensmilchdosenöffnen zu nutzen und deshalb, meine ich, auch schon lang verschollen.
    Hab ich seit Jahrzehnten nicht mehr dran gedacht, hatte es jetzt aber sofort vor Augemn, als hätte ichs gestern zum letzten mal gesehen und benutzt….. 🙂

    • Am Schweizer Messer ist auch so ein Dorn. Ziemlich scharf sogar. Es scheint existenziell wichtig zu sein, Kondensmilchdosen öffnen zu können. Früher konnte man diese Dosen auch mit dem Normalen Dosenöffner löchern, ohne dann den Deckel abzudrehen. Mit der modernen Version, die den Rand des Deckels öffnet und bei denen man den Deckel wieder aufsetzen kann, ohne sich die Finger zu zerschneiden, geht das nicht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.