Lockdown 2 Tag 137


Sonntag: Der Frühling macht weiter wie der Winter : nieselig trüb.
Nach dem Bloggen ist vor dem Bloggen. Nachdem ich den Beitrag von Gestern fertig gemacht habe, lese ich fremde Blogs. Zunächst Geralds Waldbegeisterung, der teils hoffen lässt, teils sehr frustrierend ist, wenn er durch endlose Kahlschläge läuft, aber immer unglaublich informativ. Chapeau.
Dann habe ich mal bei meinen Followern geschaut, bzw. wer da ein like hinterlassen hat. Sollte man ab und zu mal machen. da gab es z.B. dieses Modepüppchen, das mit ihrem like auf ihre Kommerzseite verweist für Dinge, die die Welt nicht braucht. Was soll das, Mädel?
Aber diese Brandenburgsehnsucht gefällt mir ausgesprochen gut.Ich weiß nie genau, wie die Leute mich finden, aber wir finden uns.

Dann noch zur Zimmerreise: G- Gemüse Tatsächlich war noch ein halber Blumenkohl übrig, der musste weg.

Blumenkohl in scharfer Soße

Gemüse konnte ich als Kind und Jugendliche nicht viel abgewinnen. Immerhin ich aß es. Das heißt nicht, dass ich es gerne aß, geschweige denn liebte. Ich aß bei manchen Sorten mit langen Zähnen die gerade minimal notwendige Menge um sagen zu können: Ich habe auch Gemüse gegessen.
Heute bin ich ziemlich sicher, dass es an der Zubereitung der 60er des vorigen Jahrhunderts lag: Zerkocht, mit Mehlschwitze gebunden, im schlimmsten Fall mit Muskat „verfeinert“. Zudem gab es den Winter über eingemachtes Gemüse aus dem Garten, was nichts anders bedeutete als doppelt zerkocht. Blumenkohl war immer unkritisch. Auch zerkocht in heller Soße war er essbar, wenn man ihn mit genug Kartoffeln zermatscht hat und es war weder Muskat drin, noch musste man nach einer verborgenen Nelke graben. Den Rest der Zeit improvisierte ich. Meinen Anteil an Kohlrabi, Möhren, Blumenkohl aß ich roh, bevor sie gekocht wurden.
Von Freunden im Studium lernte ich die Segnungen des Gemüseauflaufs zu schätzen. Auch das ekligste Gemüse wird essbar, wenn man es mit viel Käse überbackt.
Das änderte sich erst, als ich in Hamburg lebte und eine Gemüsekiste abonnierte. Zum einen waren darin Sorten, die ich nicht kannte (Postelein, rote Beete, Mairübchen) zum anderen Sorten, die ich offiziell nicht mochte, wie Weißkohl.
Zum Glück gab es da schon Internet und oft genug musste ich bei chefkoch.de nachschauen, wie man so was kocht.
Zurück zum Blumenkohl: Der ist tatsächlich so vielseitig verwendbar, dass auch der Einpersonen-Haushalt mit einem ganzen Blumenkohl klar kommt. Die eine Hälfte gab es als Kartoffel-Blumenkohl-Auflauf mit Curry und den Rest gab es heute mit scharfer Tomatensoße. Den Rest vom Rest vermutlich morgen mit Dal.

Einer dieser schönen Bäume, die einfach so gewachsen sind, ohne dass ich sie gepflanzt habe.
Ich werde wohl so nach und nach versuchen, den Kirschlorbeer einzudämmen. Mir graust allerdings schon davor. Die im Garten sind riesig und giftig. Darunter wächst nichts, wenn er weg ist, wächst da erstmal immer noch nichts.

7 Kommentare

  1. Käse macht aus jedem ungeliebten Gemüse etwas Neues, das habe ich auch gelernt, als ich erstmal der konventionellen Küche meiner Mutter entkommen war, die wohl so ähnlich war, wie du sie auch erlebt hast. Es lebe die Auflaufform!

    • Ja, es lebe die Auflaufform. Später kamen bei mir noch diverse Gewürze dazu und Anleihen bei der asiatischen Küche. Deren geschnippeltes Mischgemüse ist aber im Einpersonenhaushalt schwer zu verwirklichen.

      • Stimmt, man isst sonst tagelang dasselbe. Da hilft höchstens Schnippeln & Einfrieren oder Suppe zu kochen. Wir sind zu zweit und wenn etwas lecker war, habe ich nichts dagegen, das mit kleinen Variationen auch am nächsten Tag nochmal zu essen.

  2. Bei uns gab es keine Kohleintöpfe, dafür Blumenkohl, Bohnen und anderes, was ich zum Teil aber mochte. Später stellte ich fest, wie gut Kohl mit Curry oder Chili schmeckt. Es kommt auf die Gewürze drauf an. Ich esse heute gerne Spitzkohl oder Weisskohl mit Curry und oder Kokosmilch. Blumenkohl geht auch, aber der ist nicht unter den Top-Five 😉

    • Wenn ich mich richtig erinnere, gab es in meiner Familie auch keine Kohleintöpfe, aber alle Sorten als Gemüse, in der beschriebenen Weise zerkocht. Weiß- oder Spitzkohl esse ich gerne als Schmorkohl, bei Wirsing muss ich mich bis heute überwinden. Rotkohl habe ich ja neulich als Auflauf entdeckt.

      • So hat man seine Familientraumata 😉 Zerkocht war es bei uns nicht, aber die klassische Zubereitung ist nicht immer meine bevorzugte Art und Weise. Wirsing gebraten mit Sahne, ein Gedicht 🙂 Rosenkohl mag ich auch sehr gerne und Spitzkohl ist toll. Ach ja, gibt schon einiges, was lecker ist.

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