Von Schwerte nach Hattingen


2. Mai Morgens geht die Garagentür nicht auf. Ich draußen, Fahrrad drinnen. Na klasse! Gemeinsam mit zwei Angestellten des Hotels und einer Spitzhacke gelingt es dann doch die das Tor zu öffnen. Eigentlich wollte ich noch ein paar Fotos in der Altstadt machen, laufe aber auf dem Weg dorthin Gefahr von aggressiven Autofahrern getötet zu werden.

Ruhr hinter Schwerte

Weiter geht es zunächst an einem schönen Flussabschnitt entlang, den ich auch schon kenne. Danach erwarten mich einige Stauseen, die hintereinander wie Perlen an der Kette liegen.

am Hengsteysee

Zuerst kommt der schöne Hengsteysee. Ich pelle mich langsam aus den Klamotten. Seit Bigge habe ich mehrere Klimastufen durchschritten: von Spätwinter zum Frühling. Es wird wärmer. Im Hochsauerland war es noch weitgehend kahl (von Waldschäden ganz zu schweigen) Hier fangen schon die Kastanien an zu blühen.


Am Harkort See möchte ich die vorgeschriebenen Strecke verlassen und direkt am rechten Seeufer entlang fahren, aber leider ist die Strecke gesperrt. Also wieder zurück auf den Ruhrtal-Radweg der sich vom See entfernt. Nach Hagen hinein will ich aber definitiv nicht mehr, auch nicht in die Vorhölle von Hagen. Ich finde einen örtlichen Radweg durch den Wald und am Klärwerk vorbei.

Gegen zwölf verlangt das Smartphone nach seiner Batterieladung und ich suche nach etwas essbarem. In Wengen soll es gleich mehrere Restaurants geben. Das eine renoviert das andere restauriert und die restlichen drei haben montags zu. Und dann passiert, was nie passieren sollte: Ich falle in ein Hungerloch. Zitternd schiebe ich das Rad durch den Ort und frage ahnungslose Passanten nach fester Nahrung. Am Ende rettet mich der Dönermann. Ein Hoch auf alle Dönermänner dieser Welt. Wo es nichts gibt, gibt es immer noch Döner. Dönerbuden sind die rettenden Inseln für verhungernde Radreisende.

Danach geht es zunächst einmal auf einem Bahndamm oberhalb der Ruhr weiter. Ich setze mich auf eine Bank, um den Döner zu verdauen, beobachte von oben eine Nutria und mehrere Kanadagänse. Unten liegt das Naturschutzgebiet Gederweiden.

Heute habe ich verschiedene Menschen getroffen. Arbeiter die den Weg restaurieren, Arbeiter die Riesenbärenklau ausgraben, Wissenschaftler die die Wassergüte bestimmen indem sie Kleinstlebewesen und da suchen. Und zwar alte Frauen mit Walking Stöcken, die mich über die Strecke befragen ob die wegen der Restaurierung gesperrt ist. Ich habe da durch geschoben, nur ein paar Meter, also können sie da auch walken.

Ruhrfähre

Der Kemnader See ist im wesentlichen an Freizeitsee. Für mich schon zu viel des Guten. Muss denn überall die Musik dröhnen? Hier hätte ich gerne nach dem Hungerloch und dem Döner ein Crépe und ein Eis, aber ausgerechnet die Eisbude hat noch zu. Ich begnüge mich mit einem kalten Malzbier.

Die halbe Etappe, der Komoot-Collektion, die immer übrig war, habe ich heute eingeholt. Ich werde genau am Etappenende ankommen. Weil es so früh ist rufe ich die Unterkünfte an. Eine gucke ich mir aus eine nette Pension, die er aber erst um 19:00 Uhr Uhr öffnet.

Also hänge ich noch ein bisschen an der Ruhr rum, sitze in der Sonne, blogge ein bisschen, als es kühler wird, fahre ich weiter nach Hattingen. Kurz vor Schluss, an der Brücke rauscht es wieder. Eine Kanurutsche, eine Fischtreppe und schließlich eine breite Wehranlage, die wie ein Wasserfall aussieht.

Hier esse ich doch noch ein Crépe und ein Eis, bekomme noch einen Anruf den ich eigentlich gar nicht bekommen will, beziehe dann um 19.00 mein schönes Zimmer.

https://www.komoot.de/tour/756779318

7 Kommentare

    • Ein Wortspiel: Der Ortsteil Vorhalle. Sieht nach Industriegebiet aus und der Ruhrtal-Radweg führt mittendurch. Tatsächlich bin ich 2018 durch Hagen gefahren und habe abschließend gesagt: Müsste man sprengen und neu bauen.
      Mittlerweile hat das Hochwasser einiges erledigt. Auch das Allerwelthaus, den netten Teil von Hagen. Noch im Wiederaufbau. Noch ein Grund dort nicht reinzufahren.

      • Danke. Auf das Wortspiel hätte ich selbst kommen können.
        Immerhin bin ich in Hagen geboren und aufgewachsen.
        Lange her…

  1. Für den Energiehunger des Handys habe ich mir vor einiger Zeit (Kungsleden-Wanderung 2019) eine Powebank angeschafft. Damit kann ich mindestens 2 Mal das Handy laden. Ich bin sehr zufrieden.

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