Ein Flop und ein Knüppel


Mit Geocaching, also der Suche nach irgendwo versteckten Plastikdosen, habe ich schon lange nichts mehr am Hut. Die einzige Ausnahme sind Earth-Caches, von denen es leider viel zu wenige gibt. In Hamburg gab es ein paar schöne Erdfälle, die ich angeschaut habe ohne die Aufgaben zu lösen. Hier weist der Stein um die Ecke auf den Findlingsgarten bei Tews Kate hin, der auch ein Earth-cache ist.
Kann man ja mal machen.

Findling am Straßenrand

Vorher war ich in der Touristeninfo um mich für eine Pilzwanderung anzumelden. Die war leider ausverkauft, aber als ich mich umdrehte sah ich den Knüppel: Ein Wanderstab aus Haselnussholz, der für meine Größe passt. Seit Jahren nutze ich immer einen Teleskopstab, hauptsächlich um den Berg, den ich erklommen habe, wieder runter zu kommen. Der Stab nimmt mehrere kg Gewicht vom lädierten Knie, und ich kann mich in etwas schwierigem Gelände daran abstützen. Letzten Herbst habe ich noch zwei neue Stäbe einer bekannten Outdoor-Marke erstanden. Anstelle des Schraubverschlusses, haben die jetzt Schnappverschlüsse zum feststellen. Taugt leider nix! Als es hier den ersten eiszeitlichen Hügel runter ging, ging auch der Stock in die Knie. Ich dachte, ich hätte ihn nicht richtig festgestellt, aber am nächsten eiszeitlichen Hügel ging es wieder bergab. Nicht auszudenken, was passiert, wenn man so nen fabrikneuen Schrott in felsigem, alpinem Gelände einsetzt.

Der Knüppel kann sich jedenfalls nicht eigenwillig zusammenschieben und wird auch gleich ausprobiert, denn hinter der Touristeninfo geht es erst hoch und dann wieder runter. Er liegt gut in der Hand und federt sogar ein wenig. Perfekt! Nein, der geht bestimmt nicht in’s Feuer.

Als ich nach kurzem Weg an Tews Kate ankam, war dort „Landmarkt“. Der Findlingsgarten mit Buden umstellt, das Heimatmuseum Tews Kate offen, aber für mich schon zu voll. Wat nu? Ich nutzte die Gelegenheit, Kartoffeln und einen Saibling auf dem Markt zu kaufen. ging dann runter zum Bäcker der natürlich außerplanmäßig zu hatte. Ist wohl nicht mein Tag heute. Im Netto nebenan gibt es Knäckebrot. Mit 1,5 kg Kartoffeln, einem Saibling, Knäckebrot, einer kleinen Flasche Wein und der guten Kamera um den Hals schon überladen ging es durch den Kurpark zurück nach Hause.

Und jetzt fragen mich die Einheimischen, wo ich den schönen Stock erstanden habe. In der Touristen-Info. – Äääh? Tatsächlich finde ich – die ich einkaufen hasse – Dinge die ich auch benötige, wo ich überhaupt nicht ans einkaufen denke: T-Shirts und Brillenetui im Museumsshop, Fahrradklingel in der Plöner Touristeninfo und Knüppel in der Touristeninfo Malente. Oder die Dinge finden mich.

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