… und Danke für den Fisch!



Es fing damit an, dass ich mir ein bestimmtes Fahrrad ansehen wollte. Den Vertragshändler dazu sollte es im Agnesviertel geben. Also los.

Fast wie in Vietnam

Aber zunächst einmal stolperte ich in der eher unscheinbaren Melchiorstraße über ein vietnamesisches Restaurant. Es gab sogar Wasserspinat, den ich hier noch nie gesehen habe.
Nachdem ich eine Portion davon verschlungen hatte, ging es weiter Richtung Agneskirche.

Agneskirche

Dort fand ich auch den Fahrradladen, der sich als kleine Werkstatt entpuppte. Verkaufsfahrräder konnte ich da von außen nicht erkennen, jedenfalls nicht die, die ich sehen wollte.
Also ging ich weiter, um die Agneskirche herum,

Ginkgo-Allee

in Richtung Grüngürtel zum Fort X. Da war ich schon lange nicht mehr. Und ganz zufällig hatte ich auch ein Buch zum Freilassen dabei.

Schnell zogen wieder drohend dunkle Wolken auf, aber ich ging noch ein Stück den Grüngürtel entlang und wollte mich gerade nach der nächsten Haltestelle umsehen als plötzlich…

Steht da doch ein Weinberg mitten in Köln auf einem Dach!

Des Rätsels Lösung zeigt sich von der anderen Seite:

Weindepot und Weinmuseum

Ich flüchtete also vor der dunkelgrauen Decke ins Weinmuseum. In der Ausstellung erfährt man alles über Wein, Korken, Glasherstellung, Böden, Römer, Messwein und vieles mehr.

Mit etwas Wein im Rucksack steuerte ich den nahe gelegenen Zoo und die Haltestelle an, von dort ging es zurück.

Und was hat es jetzt mit dem Fisch auf sich?

Auf dem Rückweg versuchte einer von außen die Bahn zu stoppen, indem er eine Plastiktüte in die Tür schwang. Die blieb natürlich in der Tür klemmen, er joggte noch ein Stück nebenher und musste dann aufgeben.
Die Tüte blieb in der Tür stecken.
An der nächsten Haltestelle musste ich aussteigen und die Tüte fiel in meinen Hand, anstatt ins Gleisbett.
Brav wie ich bin, ging ich zum KVB-Kundenservice. Auf dem Weg machte mich einer an: Er würde Polizei rufen. Ich: “ Ich gebe das da –> ab.“ 
Am KVB-Schalter: „Da hat ein Idiot mit einer Tüte versucht die Bahn anzuhalten, kann ich die hier abgeben?“ „Waaas???“ „Ja der hat die Tüte in die Tür geklemmt…“ „Was ist denn drin?“
„Äääh… Moment… Drei Fische, ein Gewürz, irgendwas für die Haare.“ “ FISCHE??? Da drüben ist der Mülleimer!“ 
Und weil ich was gegen Lebensmittelverschwendung habe, gab es abends außerplanmäßig noch Makrele.

17 Kommentare

      • Ach, Quatsch! Soooo schlimm ist das nun auch nicht, Du kannst ja Freunde treffen – bloß nicht viele auf einmal. Du kannst Staftgucken – bloß nicht ins Museum. Du kannst sogar zwischendurch was essen – bloß „auffe Hand“

      • Du sollst nichts als Ach quatsch bezeichnen, was Du nicht nachvollziehen kannst.
        1. Ich lebe allein
        2. Die meisten meiner Freunde leben in Norddeutschland. Wie soll ich z.B. Euch mal eben besuchen?
        3. Mein Sozialleben in Köln besteht hauptsächlich aus Aikido und BC. BC ist schon das letzte Mal komplett abgebrochen. Aikido fand gerade mal wieder statt.
        4.Viele meiner Freunde und Bekannten arbeiten im Fittnessbereich oder als freie Medienschaffende. Die stehen am existenziellen Abgrund.
        5. Was denn Stadtgucken, Shoppen etwa? Ist doch alles geschlossen. Ohne Anlass gehe ich bestimmt nicht nach Köln rein.
        6. Kultur ist mehr als nur Museum. Und der Rest Kulturbetrieb liegt auch brach.
        7. Aus der Hand fressen finde ich würdelos und verursacht nur Müllberge. Ich habe es im letzten Lockdown einmal gemacht, weil ich absolut keinen Bock mehr hatte zu kochen und noch viel weniger anschließend die Bude wieder aufzuklaren. Auf einer Parkbank sitzend. Dazu wäre es jetzt schon zu kalt.

  1. Mir drängt sich beim Lesen die Frage auf, warum bist Du nicht rein gegangen, in den Fahrradladen?
    Gefundenen Fisch habe ich auch schon mal verspeisst, vor vielen Jahren in Cuxhafen. Da stand ne ganze Kiste mit Fisch und Eis mitten auf der Strasse. War wohl vom Wagen gefallen.

    • Der war vorn abgesperrt, es gab ein Schild: Bitte Fahrrad erstmal draußen lassen, und es warteten schon zwei Leute.
      Mundraub!!! Ist schon interessant, was man manchmal so findet, wenn man mit offenen Augen durch die Gegend läuft.
      Ne Dose rote Bohnen habe ich auch schon gefunden, fast direkt hier vor der Haustür. Lecker Con Carne.

      • Rote Bohnen – da hab ich auch noch ne witzige Geschichte. Beim Con Carne kochen mach ich die Dose auf und was finde ich da drin? Nee, nix Ekliges sondern einfach nix. Nich eine Bohne. Nur Wasser… Wie blöd ist das denn und wo soll man das reklamieren?? Klaubt einem ja kein Mensch 😉

      • Zumal man Chillibohnen ja eher nicht direkt nach dem Kauf verkonsumiert, sondern irgendwo bei den haltbaren Vorräten lagert.
        Naja, wenn die restlichen Zutaten stimmen, kann man ja noch auf Nudeln mit Hackfleischsoße umdisponieren.

    • Achja und ich wollte wirklich nur erstmal gucken und nicht gleich ein Verkaufsgespräch. Momentan lese ich noch Testberichte und dann wollte ich mich vielleicht mal mit unserem Schrauber im Dorf unterhalten darüber was ich (wieder) will und was nicht mehr.
      Zum Beispiel brauche ich hier kein Fully mehr. Ach, ich blogge mal die Tage darüber.

  2. Klasse, was man alles vor der Haustür erleben kann. Bei mir ging richtig das Kopfkino an, als du von der Fisch-Szene schriebst.

    Ich kann gut verstehen, was du meinst. Man trifft sich ohnehin nicht mit besonders vielen Menschen und diese Kontakte gehen einem dann auch noch flöten.

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